Begleiten Sie uns auf eine Reise durch die Modewelt zwischen den Jahren 1900 und 1920:
Allgemeines
In den Jahren um 1900 ist das einengende Korsett für die Frau noch Pflicht. Es betont die S-Form der Frau: Das Dekolleté wird unterstrichen, die Taille sehr schlank geschnürt. Es kommt sogar ein extra langes Korsett auf, das besonders ungesund ist, da selbst Tätigkeiten wie gehen und sitzen hiermit extrem schwer sind. Diese besonders beengende Form des Korsetts kann sich jedoch nicht lange durchsetzen. Aber auch andere Kleidungsstücke engen die Frau extrem ein. 1911 ist der Humpelrock en vogue, der so genannt wird, weil er so schmal geschnitten ist, dass Frauen sich in ihm kaum fortbewegen können. Dieses sehr unpraktische Kleidungsstück ist jedoch bereits nach einem Jahr wieder von der Bildfläche verschwunden.
Das Korsett kommt aus der Mode
In den ersten Jahren des neuen Jahrhunderts verändert sich die Einstellung zur Natur und zu sportlichen Tätigkeiten. Ging man noch einige Jahre früher davon aus, dass beispielsweise Schwimmen der Frau schaden könne, entdecken immer mehr Damen die körperliche Ertüchtigung für sich. Im Korsett lässt es sich jedoch schwer Tennis spielen, wandern oder turnen. Die ersten Büstenhalter kommen auf den Markt, die mehr Bewegungsfreiheit versprechen.
Sie verdrängen jedoch nur langsam das einengende Korsett, das selbst Alltagstätigkeiten extrem erschwerte.
Weite Kleider für den Alltag
Frauen sind immer mehr auf dem Vormarsch, viele Wertvorstellungen des vergangenen Jahrhunderts werden in Frage gestellt. Frauen entwickeln mit der Entdeckung des Sports für sich auch ein neues Körpergefühl. Die Reformbewegung äußert sich stark in der wandelnden Mode. So spricht man sogar vom sogenannten Reformkleid, das von den Schultern locker herabhängt und ohne Korsett getragen wird. Bis circa 1910 ist dieses bequeme Kleid modern. Auch gab es bereits Anfang des zwanzigsten Jahrhunderts Revivals in der Mode: Mit dem Verzicht auf Korsette wurden Kleider im Empirestil wieder modern. Die Kleider, die auf eine Taille verzichten und unter dem Dekolleté eng zusammengezogen sind, wurden ob ihrer Bequemlichkeit sehr bei den Damen geschätzt. Die Entwürfe von Coco Chanel prägen ab 1910 die Mode der ersten Dekaden des Jahrhunderts. In diesem Jahr eröffnete die modische Vorreiterin, die bereits damals Hosen und Kurzhaarschnitt trug, ihr erstes Geschäft in Paris.Ihre eleganten aber schlichten Entwürfe treffen das Zeitgefühl genau.
Mode im Ersten Weltkrieg
Während des Ersten Weltkriegs hatten Frauen selbstverständlich wenig Geld für Mode, viel wurde selbst geschneidert. Frauen machten zwar in den Kriegsjahren Männerarbeit, doch wurde trotzdem in der Mode die weibliche Form betont. So spricht man unter anderem von der Kriegskrinoline, einem glockenförmigen, weiten Rock, unter dem man viele Unterröcke trägt. Erst nach dem Ende des Weltkrieges setzte sich die männlichere Mode mit Damenhosen und ähnlichem durch.
Mode für Männer
Die Männermode in der Zeit von 1900 - 1920 ist schnell erzählt. Weiß und Schwarz waren entscheidende Trendfarben, die Haare trug man kurz und geschminkte Männer wurden, anders als in den Jahren zuvor, nun als unmännlich empfunden.
Mode heute: Manches ist auch heute noch aktuell
Die Frauen damals kämpften für mehr Bewegungsfreiheit und wurden so schließlich das ungeliebte Korsett los. Heute dagegen gibt es genügend Frauen, die Korsette freiwillig tragen – die schmale Taille und das betonte Dekolleté, dass das Korsett zaubert, macht es zum trendigen Oberteil für Partynächte. BHs, die sich erst Anfang des letzten Jahrhunderts durchsetzten, sind heute alltäglich. Auch die Empirekleider, die bereits damals ein Revival feierten, sind heute aktuell wie nie.