Models: Von Mannequins und Supermodels

Supermodels werden heute verehrt und bewundert wie Popstars. Das war nicht immer so. Noch Mitte des letzten Jahrhunderts waren Modelle meist Schneiderinnen der Modeschöpfer.


Es ist noch gar nicht so lange her, da gab es Supermodels noch nicht. Kleider wurden von unbekannten Mädchen vorgeführt, die nicht durch Agenturen vermittelt wurden. Diese Mädchen waren aber noch keine Models im heutigen Sinn. Denn auch dieser Begriff ist noch relativ jung. Bis in die achtziger Jahre hat man streng unterschieden zwischen Mannequins und Fotomodellen. Mannequins mussten möglichst groß sein, um die Kreationen auf dem Laufsteg präsentieren zu können. Fotomodelle waren eher klein, sie mussten durch feine Gesichtszüge überzeugen.

Jede Zeit hat ihr Gesicht
Etwa ab den fünfziger Jahren gab es immer wieder Frauen, die aus der Masse der hübschen Gesichter herausstachen, weil sie einen Nerv trafen – die dürre Twiggy repräsentiert wie keine andere Frau die Swinging Sixties, Cindy Crawford steht für das Schönheitsideal der späten 1980er und Kate Moss ist nicht nur Model, sondern Stilikone vieler Frauen und wird regelmäßig als bestangezogene Frau der Welt gewählt. Gleichzeitig steht sie aber auch für den übertriebenen Magerwahn der Branche, die seit Mitte der Neunziger durch immer noch dünnere Models zu einem verzerrten Schönheitsideal geführt hat.

Das erste Supermodel?
Es gibt verschiedene Frauen, die als erstes Supermodel bezeichnet werden.
Janice Dickinson, die vier Staffeln lang in der Jury von „Americas Next Topmodel“ saß und in den achtziger Jahren sehr erfolgreich war, ist selbst davon überzeugt, das erste Supermodel gewesen zu sein und gleichzeitig den Begriff erfunden zu haben, als sie mit ihrem Agenten über ihren Erfolg sprach: „Ich bin nicht Superman, ich bin ein Supermodel!“ will sie nach eigenen Angaben gesagt haben.
Viele betrachten jedoch vielmehr Lisa Fonssagrives als das erste Supermodel. Die gebürtige Schwedin war von 1930 an über mehrere Dekaden hinweg ein Coverstar und ein wahres „It-Girl“, auch wenn es diese Begriffe zu ihren Lebzeiten noch nicht gegeben hat. Allein die Vogue hatte sie um die 200 Mal auf dem Cover.

Vom Model zur Geschäftsfrau
Ab etwa Ende der Achtziger begann langsam die Ära der Supermodels. Während Abertausende von Mädchen weiterhin unbekannt blieben, gelang es einigen Models Weltruhm zu erlangen und sich so als Supermodesl zu etablieren. Viele sind heute Geschäftsfrauen, wie Claudia Schiffer oder Christy Turlington. Sie haben es durch ihren bekannten Namen geschafft, sich von Models zu erfolgreichen Geschäftsfrauen zu mausern und entwickeln eigene Parfums, kreieren Modekollektionen oder sind Werbegesichter für alle möglichen Produkte, von Schokolade bis zu Automarken.