Monetarismus: Definition und Kritik

Definition und Kritik des Monetarismus, dem Teil der Wirtschaftstheorie, der sich am Angebot orientiert und wo die Politik nur gestaltet – nicht bestimmt.


Der ursprüngliche Monetarismus wird als Wirtschaftslehre der frühen Nationalökonomie bezeichnet und hatte seine größte Verbreitung im 16. und 17. Jahrhundert. In diesen Anfängen stand im Mittelpunkt des Monetarismus die Ansammlung von Edelmetallen, Fragen zum Geldumlauf und zur "Münzverschlechterung".
Im Folgenden wird der (Neo-) Monetarismus behandelt, der in den 60er-Jahren von Milton Friedman mitbegründete Ansatz der neoliberalen und neoklassischen Richtung der Nationalökonomie.

Definition und Ziel
Der Monetarismus ist ein wirtschaftstheoretischer Ansatz, der staatliche Eingriffe in den Markt ablehnt. Diese Theorie geht davon aus, dass die Steuerungskräfte des Marktes etwaiges Marktversagen und negative Auswüchse selber wieder regeln.
Die staatliche Geldpolitik hat eine hohe Bedeutung für die gesamtwirtschaftliche Situation. Durch monetäre (geldliche) Impulse sollen entsprechende Aktivitäten angeregt werden.
Der Staat hat im Monetarismus nur eine zentrale Aufgabe: Kontrolle der im Umlauf befindlichen Geldmenge, die sich am Angebot von Waren und Dienstleistungen in der Gesellschaft orientiert. So soll eine Preisstabilität erreicht werden, die wiederum Voraussetzung für dauerhaftes Wirtschaftswachstum und hohen Beschäftigungsgrad ist.
Der Politik bleibt nur die Aufgabe, die Rahmenbedingungen so zu gestalten, dass der Wettbewerb im Markt funktioniert. Weitere Eingriffe in das Marktsystem sind nicht nötig und sollten staatlicherseits unterbleiben.

Die Abgrenzung zur Nachfragepolitik und Instrumente
Die Angebotstheorie gilt als Antwort auf den nachfrageorientierten Keynesianismus. Ziel der Nachfragepolitik nach Keynes ist die Ausdehnung der privaten und staatlichen Nachfrage. Dies soll mittels einer aktiven Lohnpolitik (Beschäftigung als oberstes Ziel, hohes Arbeitseinkommen), dem Ausbau staatlicher Steuerungsinstrumente zur Struktur- und Investitionslenkung und durch eine stärkere staatliche Einkommens- und Vermögensumverteilungspolitik erfolgen.

Die Angebotsorientierung im Monetarismus sagt aus, dass der entscheidende Faktor der wirtschaftlichen Entwicklung im Angebot zu sehen ist. Bei der Produktion von Gütern (=Angebot) entstehen Einkommen und daraus erwächst eine kaufkräftige Nachfrage.
Im Vordergrund der Angebotspolitik stehen
1. die Reduzierung von Produktionskosten durch Lohnanpassung (geringerer Lohnkostenanstieg) und Abbau von Lohnnebenkosten
2. die Reduzierung von Unternehmenssteuern und –abgaben
3. eine geringere Staatsverschuldung
4. die Stärkung von Marktkräften durch Anreize für mehr Flexibilität und Mobilität
5. mehr Innovations- und Wachstumsanreize (Festigung wachstumsorientierter Einstellungen und Wertevorstellungen in der Gesellschaft; eine berechenbarere Politik soll Vertrauen in die Zukunft schaffen).

Sehr viele dieser Forderungen der Monetaristen sind heute erreicht. Preise sind flexibilisiert, ehemals staatliche Monopole aufgebrochen, die erwarteten Preissenkungen sind jedoch ausgeblieben. Am Beispiel der Privatisierung ehemals kommunaler Dienstleistungen (zum Beispiel  Wasserversorgung und Abfallentsorgung) zeigt sich, dass der Einstieg privater Unternehmen und privater Investoren nicht zu niedrigeren, sondern teilweise zu weit höheren Preisen für Bürger und Verbraucher geführt hat.
Die angestrebte Flexibilisierung der Arbeitsmärkte sorgt nicht für mehr Sicherheit und Wohlstand der Gesamtgesellschaft, von Vollbeschäftigung ganz zu schweigen.
Auch die Bankenkrise kann als Zeichen für das Versagen eines Marktes gesehen werden. Eine Selbstregulierung des Marktes in diesem Sektor ist durch staatlichen Stützungs- und Notfonds unterblieben.