Monseuer Ibrahim und die Blumen des Koran: Eine Zusammenfassung

Monsieur Ibrahim und die Blumen des Koran ist eine wunderbare Geschichte über Toleranz, Weisheit, Herzensgüte und eine ungewöhnliche Freundschaft.


'Was soll's, er ist ja nur ein Araber!', beruhigt der jüdische Junge Moses sein schlechtes Gewissen, als er anfängt, im Kolonialwarenladen von Monsieur Ibrahim zu klauen.
Als der ihm eines Tages antwortet : 'Ich bin kein Araber, Momo, ich komme vom Goldenen Halbmond', ist dem Jungen klar, dass Monsieur Ibrahim nicht nur seine Gedanken lesen kann, sondern auch weiß, dass er immer mal was mitgehen lässt. So beginnt die ungewöhnliche Freundschaft zwischen Moses, der nun Momo heißt, und Monsieur Ibrahim, der kein Araber, sondern ein Türke aus Anatolien ist.

 

Moses, der imaginäre Popol und die Nutten von der Rue Bleue

"Monsieur Ibrahim und die Blumen des Koran" spielt im Paris der 70er Jahre. Hier lebt in der Rue Bleue, in einem vorwiegend jüdischen Umfeld, der elfjährige Moses mit seinem Vater, einem Rechtsanwalt ohne Mandanten. Die Mutter kennt er nicht, er weiß nur, dass sie die Familie verlassen hat, zusammen mit dem Bruder Popol. Dass der gar nicht existiert, erfährt der Junge erst nach dem Freitod des Vaters. Moses fühlt sich ungeliebt, immer verglichen mit dem scheinbar perfekten imaginären Bruder, ausgenutzt vom Vater, der ihm die Verantwortung für beide Leben aufbürdet. Zuneigung findet er bei den Prostituierten des Viertels, die ihn liebevoll zum 'Mann' machen, und später bei Monsieur Ibrahim, dem 'Araber von der Ecke.'

„Das steht so in meinem Koran“, sagt Monsieur Ibrahim gern

Weil er seinen Laden immer geöffnet hat, auch nachts und sonntags, halten ihn alle für einen Araber, seit vierzig Jahren schon. Aber Monsieur Ibrahim gilt auch als der Weise im Viertel, in sich ruhend, immer lächelnd, ohne viel zu reden, und wenn, dann hat er immer einen klugen Spruch aus dem Koran parat. Für Moses oder Momo, wie ihn der alte Moslem liebevoll nennt, wird er zu einem gütigen Freund und Berater und schließlich auch zum Vater.
Monsieur Ibrahim lehrt ihn die Schönheiten und Werte des Lebens und Weisheiten wie „Ein Menschen verbringt sein Leben in nur zwei Stätten: entweder in seinem Bett oder in seinen Schuhen.“
Schließlich reist er mit ihm nach Anatolien, um dort zu sterben, wo er geboren wurde. Momo hinterlässt er sein Vermögen, seinen Laden und seinen Koran.
Nun ist Momo der 'Araber von der Ecke'. Er hat von Monsieur Ibrahim gelernt, „dass die Juden und die Moslems und sogar die Christen sich eine ganze Menge bedeutender Männer teilten, bevor sie anfingen, sich die Köpfe einzuschlagen.“

Rezension

„Monsieur Ibrahim und die Blumen des Koran“ (2001) war die erste Prosapublikation des französischen Theater- und Filmautoren Eric-Emmanuel Schmitt in deutscher Sprache. 2004 erhielt er dafür den Deutschen Bücherpreis in der Kategorie 'Publikumsliebling des Jahres'.
Ein Jahr zuvor entstand der gleichnamige Film von Francois Dupeyron mit Omar Sharif als Monsieur Ibrahim.