Montessori Schule - Lernen ohne Lob oder Kritik?

Auf der sogenannten Montessori Schule werden die Kinder altersgemischt unterrichtet und ohne Lob und Kritik erzogen, da diese beiden Komponenten als hinderlich in der Erziehung gelten.


Die Montessori Schule, benannt nach ihrer Gründerin Dr. Maria Montessori, unterrichten nach einem bereits 80 Jahre alten pädagogischer Prinzip, welches jedoch von seiner Aktualität bis heute nichts eingebüßt zu haben scheint. Das übergeordnete Erziehungsziel ist die Bildung der Gesamtpersönlichkeit des Kindes. Selbstständigkeit und das eigenverantwortliche Handeln des Kindes stehen dabei besonders im Vordergrund.

Pädagogik
Gemäß des pädagogischen Ansatzes sollen die Kinder aus der eigenen Motivation heraus ohne jegliche äußere Einflussnahme lernen. Selbst Kritik und Lob werden für die innere Entwicklung als hinderlich erachtet. Die Befürworter meinen, es sei wichtig, die Schüler in ihrem eigenen Tempo lernen zu lassen, sodass sie ihre eigenen Talente und Begabungen erforschen können.
Das Unterlassen von Lob und Kritik ist unter Experten jedoch umstritten. Es ist wissenschaftlich belegt, dass Lob positiv verstärkend wirkt, wohingegen Kritik beziehungsweise Bestrafung dazu führen, dass negative Verhaltensweisen verschwinden. Wenn man diese Einflussnahme unterlässt, brauchen Kinder länger, um etwas zu erlernen.
Auch wenn diese besondere Schulform von der Regelschule auch abzuweichen scheint, sollte man sich nicht unnötig Sorgen machen, dass die stoffbezogenen Inhalte vernachlässigt werden. Die Montessori Schule, meistens Grund- und Hauptschule, arbeitet nach den staatlichen Lehrplänen.

Spezielles Unterrichtsmodell
Häufig wird in Montessori Schulen altersgemischt unterrichtet. So können sich Schüler gegenseitig etwas erklären und helfen. Die Jüngeren profitieren von den Älteren und umgekehrt. Die erste Unterrichtshälfte nimmt Freiarbeit ein und in der zweiten Hälfte findet der konventionelle Regelunterricht statt. Bei der Freiarbeit dürfen sich Kinder aussuchen, was sie lernen wollen. Die Lehrer greifen auch während der Freiarbeit nicht in den Lernprozess ein. Der Grundsatz heißt: "Hilf mir, es selbst zu tun". Sie zeigen dem Kind, wie etwas geht, aber machen es keinesfalls für das Kind.
So gut der Ansatz der Montessori-Pädagogik auf den ersten Blick zu sein scheint, gilt es doch zu bedenken, dass diese Art des Lernens nicht für jedes Kind geeignet ist. Da der Lernerfolg auf einer freiwilligen Basis durch das Kind erreicht und motiviert werden soll, kann das bei einigen Kindern auch zu einer gegenteiligen Entwicklung führen. Viele Kinder lernen besser, wenn sie im Lernprozess angeleitet werden und nicht sich selbst überlassen sind. Was allerdings nicht als Befürwortung eines autoritären Erziehungsstiles zu verstehen ist.