Morbus Addison - wenn die Nebennierenrinde nicht mehr arbeitet

Es handelt sich um eine Unterfunktion der Nebenniere und -rinde, die erstmals 1855 von dem Londoner Arzt Thomas Addison beschrieben wurde.


Jeder Mensch besitzt zwei Nebennieren, Morbus Addison ist eine Erkrankung dieser Nebennieren, beziehungsweise der Nebennierenrinden. Die Nebennieren arbeiten unabhängig von den Nieren und haben mit der Nierenfunktion nur im entferntesten Sinne zu tun. Im Allgemeinen sind die Nebennieren Hormondrüsen, welche verschiedene Gewebearten enthalten.

Die Symptome und Beschwerden von Morbus Addison
Im Frühstadium wird die Erkrankung häufig gar nicht bemerkt, diese verläuft schleichend. Die Symptome sind fast ausschließlich auf Aldosteron- und Cortisolmangel zurückzuführen. Der richtig ausgeprägte Symptomenkomplex ist erst bei 90 Prozent Zerstörung der Nebennieren feststellbar. Tritt eine Insuffizienz auf, so kann es auch zu plötzlich auftretenden Symptomen kommen. In Form eines Schocks ist dies überwiegend der Fall, dieser kann auch lebensbedrohlich sein. Im Schockzustand treten Beschwerden wie Erbrechen, Übelkeit, Bauchschmerzen und zunehmende Verwirrtheit auf, wodurch dies zunächst nicht sofort als Morbus Addison erkannt wird. In der seelischen oder körperlichen Belastungssituation treten auch Fieber, Kreislaufkollaps, Kräfteschwund, Übelkeit und Herzrasen auf. Mit der Zeit kommt es zu unweigerlichem Gewichtsverlust, der Körper wird infektanfällig und die Leistungsfähigkeit sinkt. Der Erkrankte fühlt sich kraftlos, lustlos, matt und hat durchweg einen niedrigen Blutdruck. Häufig wird bei Morbus Addison an eine vorübergehende Krankheit gedacht, nachdem die Patienten oft durch eine gebräunt wirkende Haut kerngesund aussehen. Deshalb wird Morbus Addison im Volksmund auch Bronzehautkrankheit genannt. Bei Frauen bleibt die Regel aus, das sexuelle Lustempfinden schwindet und die Achsel- und Genitalbehaarung geht verloren.

Die Therapie von Morbus Addison
Im eigentlichen Sinne ist diese Erkrankung nicht heilbar, der Prozess der sich zerstörenden Nebennieren lässt sich nicht aufhalten. Dennoch kann einem erkrankten wirkungsvoll geholfen werden, wodurch die Lebensqualität wieder steigt und die Erkrankung kaum noch Probleme verursacht. Mit einer gut eingestellten Therapie können Patienten ein hohes Alter erreichen. Ein Hormonmangel wird durch das Zuführen entsprechender Hormone in Form von Medikamenten ausgeglichen, diese Therapie wird auch Substitutionstherapie genannt. Die Stoffwechselprozesse werden wieder normalisiert, wodurch ein Patient beschwerdefrei wird und sein Leben fast so gestalten kann, wie ein Gesunder. Ein Patient darf nur bei allem was dieser tut, die Morbus Addison nicht vergessen und muss bei einer längeren Abwesenheit die Medikamente mitnehmen. Bei einem drohenden Koma, Schock oder einer Notfallsituation ist es wichtig, ein greifbares Cortison zuzuführen. Die Gabe eines pharmakologisch aufbereiteten Cortisons kann bei Morbus Addison lebensrettend sein. Am besten geeignet ist Prednisolon, dieses kann problemlos eingesetzt werden.