Morbus Perthes: Spätfolgen der Kinderkrankheit

Die orthopädische Kinderkrankheit Morbus Perthes – ihre möglichen Ursachen, Krankheitsverlauf und Spätfolgen.


Die orthopädische Kinderkrankheit Morbus Perthes ( „Legg-Calvé-Perthes-Disease“) wurde 1910 von dem deutschen Chirurgen Georg Clemens Perthes entdeckt, das heißt, er stellte bei Kindern im Alter von zwei bis 15 Jahren eine Durchblutungsstörung (Ischämie) in der Hüftgelenkregion mit einhergehendem Absterben von Knochengewebe (Nekrose) im Hüftkopf fest. Die tatsächlichen Ursachen für diese Erkrankung sind bislang noch ungeklärt und bei falscher Therapie können Spätfolgen der Kinderkrankheit entstehen.

Mögliche Ursachen und Verlauf der Erkrankung
Eine der möglichen Ursachen, die bei der Erkrankung eine wesentliche Rolle spielen, ist eine Durchblutungsstörung, die wahrscheinlich durch eine vorliegende Gefäßfehlbildung zustande kommt und so die Durchblutung des Hüftkopfes bei normalen Gefäßbett beeinträchtigt. Die medizinische Forschung kennt noch nicht den Grund für diese auftretende Durchblutungsstörung. Aber auch Druckerhöhung im Knochen und Gelenkraum, hormonelle Dysregulation (Krankheit im Bereich der Geschlechtsorgane) und genetische Faktoren (multifaktorielle Vererbung), werden als mögliche Ursachen in Betracht gezogen. Die orthopädische Kinderkrankheit betrifft nur das Knochengerüst der Gehgelenke in der kindlichen Hüfte und der Verlauf der Erkrankung bestimmt über Selbstheilung und Operation. Im Frühstadium treten Gelenkreizung und Gelenkblutergüsse, die rheumatischen Erkrankungen ähneln, auf. Ein seitliche Auswandern der Gelenkkugel (Gelenkkopf) aus dem Becken (Gelenkpfanne), bestimmt über die Verformung des Gelenkkopfs und der Gelenkpfanne. Es kann zu einer Bewegungsstörung und einem verkürzten Bein kommen. Ungefähr 40 Prozent der Morbus-Perthes-Patienten müssen mit einem ungünstigen Verlauf ihrer Erkrankung rechnen.

Spätfolgen der Kinderkrankheit
Aus der medizinischen Forschung geht hervor: Je später ein Kind an Morbus Perthes erkrankt, desto ungünstiger ist die Genesung des Patienten, das heißt umso wahrscheinlicher ist mit Spätfolgen zu rechnen. Eine der zentralen Spätfolgen ist die Auseinandersetzung mit körperlichen Beeinträchtigungen. Dazu zählen unter anderem eine Verformung des Gehgelenks und die Verkürzung eines Beins. Diese körperlichen Beeinträchtigungen sind meist Folge eines falschen Therapiekonzeptes. Die Behandlung von Morbus Perthes muss individuell auf den Patienten abgestimmt werden, damit die Erkrankung als selbstheilend gelten kann. Vorausgesetzt, es werden keine weiteren Gelenkfehlstellungen festgestellt. Zu den möglichen Behandlungsformen zählen: konservative Behandlung (Gehstützen, runde Bewegungen ohne Druckbelastung, wie Schwimmen und Radfahren), Orthesen (Beinschiene), Beckenosteotomie (Umstellungsoperation) und behandlungsbegleitende Homöopathie und Physiotherapie.