Morbus Waldenström - Hinweise für Betroffene

In der Summe lebt noch die Hälfte der Patienten sieben Jahre nach Erstdiagnose, manche bei hoher Lebensqualität auch nach über 20 Jahren.


Es kommt bei der Erkrankung zu einer Infekt- und Blutungsneigung, zu einem Blutmangel und zu Blutgefäße betreffenden Problemen. Es entsteht ein Überschuss an Lymphozyten, dies sind zelluläre Bestandteile des Blutes. Die Vermehrung von diesen Lymphozyten führt zu einer Überproduktion von Immunglobulin M (IgM), dies ist eine Unterklasse von Antikörpern. Im Anschluss kann dies auch zu einer Infiltration verschiedener Gewebe führen, wobei vor allem die Lymphknoten, das Knochenmark und die Milz von der Infiltration betroffen sind. Selten werden auch die Leber, die Augen und das zentrale Nervensystem befallen. (Die Ausbreitung von Tumorzellen oder Krankheitserregern in ein Gewebe wird als Infiltration bezeichnet). Im Allgemeinen ist Morbus Waldenström eine Leukämie und der Verlauf hängt bei der Krankheit von vielen verschiedenen Faktoren ab, dies kann von Patient zu Patient variieren. Männer und Menschen mit heller Haut sind von der Erkrankung am häufigsten betroffen und das Durchschnittsalter eines Patienten beträgt 65 Jahre. Sind Patienten unter 40 Jahren betroffen, so sind dies sehr seltene Fälle. Eine Überlebenszeit nach der ersten Diagnose beträgt im Durchschnitt etwa acht Jahre. Die Erkrankung ist mit rund zehn Neuerkrankungen pro eine Million Einwohner im Jahr eine sehr seltene Erkrankung. Morbus Waldenström kann mit einer bösartigen Tumorerkrankung gleichgesetzt werden, sie haben einige gemeinsame Symptome.

Die Therapie von Morbus Waldenström

  • Bereits bei den ersten Anzeichen des Morbus Waldenström wird eine Therapie notwendig. Einige Patienten leiden unter der Krankheit und haben keine Symptome, diese werden periodisch untersucht. Die zytostatische Therapie beginnt mit Prednisolon und Chlorambucil und wird von dem Verlauf der Erkrankung beeinflusst.
  • Die Zytostatika sind synthetische oder natürliche Substanzen, welche die Zellteilung beziehungsweise das Zellwachstum und damit verbundene Stoffwechselvorgänge hemmen. Auf die Polychemotherapie wird bei Rückfällen umgestellt, als Polychemotherapie wird eine Chemotherapie mit einigen zytostatischen Wirkstoffen wie beispielswese die gemeinsame Verabreichung von 5-Fluorouracil, Methotrexat und Cyclophosphamid. Die Chemotherapie wird oftmals nach einem technischen Entnahmeverfahren für Blutplasma in Erwägung gezogen.

Die Symptome von Morbus Waldenström

  • Oftmals ist die Diagnose des Morbus Waldenström während einer Blutuntersuchung ein Zufallsbefund. Eine periphere Neuropathie und Müdigkeit sind häufige Symptome, dazu kommen Fieber, Gewichtsverlust und Nachtschweiß. Unter einer peripheren Neuropathie versteht man die Schädigung derjenigen Nerven, die außerhalb des Gehirns und des Rückenmarks verlaufen.
  • Durch die Infiltration der verschiedenen Organe kommt es zu kleinfleckigen Kapillarblutungen in der Haut, krankhaften Schwellungen von Lymphknoten, zu einem Symptom der gleichzeitigen Vergrößerung der Leber und Milz und in seltenen Fällen kommt es auch zu Gewebeverdrängung.
  • Bei einem frühen Verlauf der Krankheit kann es bereits zu einer Gefäßerkrankung kommen und aus einer Überproduktion von IgM resultiert eine erhöhte Blutungsneigung, welche sich durch häufiges Nasenbluten oder Bluten nach kleinen Verletzungen äußert. Zusätzlich treten Kopfschmerzen, akustische Probleme, verschwommenes Sehen und Unwohlsein auf.