Bereits im 17. Jahrhundert war der Morgenrock als Bekleidung bis in die Mittagsstunden bei Damen und Herren gleichermaßen beliebt. Freilich galt das nur für die adelige Bevölkerungsschicht. Das Frisieren und Schminken der Damen nahm derartig viel Zeit in Anspruch, dass es durchaus üblich war, auch Besuche im Morgenrock zu empfangen. Selbstverständlich nahm man auch das Frühstück derartig gekleidet ein. Zumal es sich diese Kreise leisten konnten, bis spät in den Tag hinein zu schlafen. Die Ausstattung dieser Morgenmäntel war überaus prachtvoll, die Stoffe und Spitzen erlesen und kostbar. Das Bürgertum übernahm schließlich diese Mode, wobei hier eher praktische Gründe den Ausschlag gaben. Die Frauen bereiteten im Morgenrock das Frühstück für die Familien, wenn keine Hausangestellten dies übernahmen. Das sparte Zeit und man verkühlte sich nicht so leicht. Früher gab es noch keine Zentralheizung und ein Kohleofen musste am Morgen ja erst befeuert werden. Auch die Damen der Halbwelt entdeckten den Morgenrock bald für sich. Konnte man sich doch so in den Boudoirs und den etwas weniger angesehenen Bordellen der Kundschaft präsentieren, ohne gleich alles preiszugeben. Mit Beginn des 20. Jahrhunderts, beeinflusste Japan stark das Erscheinungsbild des Morgenrocks. Wer es sich irgendwie leisten konnte, trug einen Kimono. Bis heute hat sich diese Schnittform erhalten, nicht zuletzt auch wegen seiner Bequemlichkeit.
Einsatz
Heute schätzen wir dieses Kleidungsstück vor Allem wegen seines gepflegten Anspruchs. Am Wochenende kann man so stilvoll sein Frühstück genießen. Die Kinder müssen zur Schule und die Pausenbrote sind noch nicht gemacht oder der Postbote klingelt früh? Schnell den Morgenrock übergeworfen und schon ist man angezogen. Auch für den Aufenthalt im Kurhotel, Krankenhaus oder auf Reisen macht er sich bald unentbehrlich. Er ist bequem, leger aber wirkt dennoch nicht nachlässig. Sogar für das stilvolle Tète à tète daheim mit Ihrem Schatz ist er eine gute Wahl.
Materialien und Schnitte
Möchten Sie lieber einen kuscheligen Morgenrock der wärmt oder lieber ein pflegeleichtes und schnell in der Maschine waschbares Modell? Hier entscheidet der persönliche Geschmack. Für die Freunde des Besonderen ist immer noch der Kimono die erste Wahl. Mit seiner Farbenpracht und den langen schwingenden Ärmeln, schleicht er sich auch heute noch in das Herz fast jeder Frau. Sie sind doch eher der praktische Typ, für den alles kombinierbar sein muss? Auch für Sie gibt es flauschige Morgenröcke, die gleich noch den Bademantel mit ersetzen. Es muss ja nicht immer das Luxusmodell sein, denn heute findet sich das passende Modell für jeden Geldbeutel. Ein stilvolles Kleidungsstück ist aber jeder Morgenrock.