Mormyschka Eisangeln wie in Russland

Die Mormyschka ist ein sehr vielseitiger Angelhaken - einfach in der Herstellung, so individuell wie nur möglich und doch bedarf es der gekonnten Handhabung eines Meisters.


Ein eisiger Morgen in Russland. Die Sonne scheint, ein perfekter Tag für jeden eifrigen Eisangler. Diese uralte Tradition entstand hauptsächlich durch natürliche Klimabedingungen in solchen Ländern wie Kanada, Norwegen, Schweden, Finnland und natürlich Russland. Hier hat die Mormyschka, ein besonderer Angelhaken, ihren Ursprung. Das Wort stammt von der russischen Bezeichnung für kleine Süßwasser-Krebse ab, die sogenannten „Mormysch“. Traditionell nicht nur beim Eisfischen verwendet, zeichnet sie sich durch ihre besondere Form und einfache Herstellungsweise aus.

Was sich dahinter verbirgt
Es gibt sie in über zwanzig verschiedenen Variationen – die Mormyschka. Ein Haken, eingeschweißt in unterschiedlich große Schrotkugeln aus Blei. Dieses weiche Metall macht es möglich, die Kugeln mit einfachsten Werkzeugen direkt vor Ort in die richtige Form zu bringen. Der Clou dabei ist die glänzende Fläche (häufiger die obere) der Schrotkugeln. Meist ist sie silbrig, golden oder bronzefarben beschichtet. Als Materiale zur Herstellung sind in letzter Zeit wolframhaltige Metalle populär geworden. Diese haben die zusätzliche Eigenschaft sich im Wasser zu drehen und hierdurch mehr Licht zu reflektieren. Silber dagegen ist eher ungünstig, da man dieses vorab aufpolieren muss, obwohl es dennoch manchmal für Mormyschkaherstellung benutzt wird. Die Art der Befestigung auf der Angelschnur kann unterschiedlich sein, meistens jedoch wird eine durchgehende Öffnung gebohrt und die Mormyschkas direkt wie Perlen aufgefädelt. Ihre Formen können dabei ganz vielfältig sein: rund, oval, tropfen- oder rautenförmig. Hier scheinen der Fantasie keine Grenzen gesetzt zu sein. Professionelle Angler kaufen diese Schrotkugeln nicht, sie stellen sie selbst her und erzeugen dabei immer wieder neue Formen, je nachdem, wer mit welcher Mormyschka gerne arbeitet. Das Verfahren zur Herstellung ist und bleibt das Geheimnis eines jeden Anglers.

Der eigentliche Haken
Wie Sie sehen, ist die Mormyschka nicht der Haken selbst. Dieser wird ebenso individuell angebracht wie die Mormyschka: Häufiger wird nur ein Angelhaken verwendet. Manche Eisfischer aber lassen sich auch hier Tricks einfallen- zwei zusammen geschweißte Haken werden „Ziege“ genannt. Drei angebrachte Angelhaken hingegen wurden liebenswerterweise zum „Teufelchen“. Diese werden in der Regel in Schwarz gefärbt. Es gibt aber auch nicht eingeschweißte Haken, die an einem extra hierfür vorgesehenen Ring angebracht werden. Als Köder werden vorwiegend Maden verwendet. Manche benutzen aber auch Wespenlarven, einen künstlichen Köder oder lassen ihn ganz und gar weg – auch hier ist die Wahl jedem Fischer selbst überlassen. Das Eisfischen ohne Köder benötigt jedoch große Erfahrung und eine geschickte Hand, die die Bewegungen eines lebenden Objektes imitieren kann und somit einen Fangerfolg garantiert.