Mortal Kombat setzte in den 90er Jahren nicht nur ein Zeichen, und damit einen zweifelhaften Trend, sondern zeigt auch ziemlich deutlich, dass Gewalt ein Alltagsphänomen ist.
Viele erinnern sich noch daran, einige kennen es nur noch vom Hörensagen, und für andere wiederum ist es nur ein Mythos. Das umstrittenste Spiel seiner Zeit brach ein – bis dato unausgesprochenes – Tabu, machte Schlagzeilen und sorgte dabei auch gleich für eine immer wieder aktuelle Grundsatzdebatte.
Mortal Kombat hat uns verdorben
- Die Mortal-Kombat-Reihe setzte auf eine explizite Darstellung dessen, was in Konkurrenzprodukten, wie beispielsweise den Street-Fighter-Spielen, nur angedeutet wurde: die gezielte, körperliche Verletzung des Gegners. Das Spiel ging dabei sogar noch weiter, denn bestimmte Tastenkombinationen erlaubten es, zum Ende eines Kampfes hin den Gegner nicht nur zu töten, sondern geradezu in seine Einzelteile zu zerlegen.
- Während Blut und Knochenbrüche noch logische Konsequenzen eines Faustkampfes wären, rief die unzensierte Zurschaustellung solcher Gewaltakte Politiker, Lehrer und Eltern auf den Plan. Zeitgleich war es genau dieser Bestandteil im Mortal Kombat, der aus einem einfachen Beat-´em-up-Game ein Kultspiel werden ließ.
- Die MK-Reihe gilt damit als der klassische Vorreiter von sogenannten Gewaltspielen und präsentierte den 90er Jahren erstmals, was heute, 20 Jahre später, in Computer- und Videospielen Gang und Gebe ist.
Spiele wie Mortal Kombat haben den Zeitgeist geprägt
- Obwohl die Spiele des Herstellers Midway bereits mit Teil Eins nur ab 18 Jahren erhältlich waren, in Deutschland sogar indiziert wurden, lösten sie eine Kettenreaktion aus die bis heute andauert.
- Die Gewaltdarstellung in Spielen hat sich weitestgehend etabliert, wurde streckenweise sogar gesellschaftsfähig. Auch die Debatte um Gewalt im Spiel und deren Auswirkungen auf Kinder und Jugendliche ist ein fortwährendes Thema.
- Bei der Frage, in wie weit Gewalt im Videospiel überhaupt notwendig ist, streiten sich die Geister ebenso, wie bei der Frage, bis zu welchem Grad sie toleriert werden kann und darf. Nicht zu Letzt natürlich, welche Auswirkungen sie auf die Spieler hat, ob die eigene Toleranzgrenze durch den spielerischen Umgang mit Verletzung und Tod des Gegners darunter leidet und ob sich dies am Ende auch auf das reale Leben auswirkt.
- Zweifelsohne waren Spiele wie dieses ein Auslöser, nicht nur für die Entwicklung zukünftiger Spiele, sondern auch für die Kontroverse an sich. Die Schuldfrage aber, die liegt in der Gesellschaft, nicht bei einem Videospiel wie Mortal Kombat.