Moxatherapie/Moxibustion

Bei der Moxatherapie werden bestimmte Punkte des Körpers aktiviert und mithilfe brennenden Beifuß-Krauts angewärmt. Dies geschieht üblichweise mit dem Abbrennen des heisamen Beifußes direkt auf der Haut oder einer Unterlage aus anderen Kräutern, auch die Kombination mit Akupunktur ist möglich.


Die Moxatherapie ist ein Teil der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM), die mit der Akupunktur verwandt ist. Teilweise wird ebenfalls der Begriff Moxibustion verwendet, es gibt allerdings auch die Unterscheidung von Moxatherapie als eines Unterbegriffs der Moxibustion. Dabei bezeichnet Moxibustion die Behandlung durch Anwärmen von Akupunkturpunkten, während die Moxa-Therapie die spezielle Erwärmung durch eine Beifusszigarette meint. Zumeist jedoch werden Moxibustion, Moxa-Therapie und Moxen synonym verwendet. 

 

Durchführung
Moxen bezeichnet einen therapeutischen Vorgang im Sinne der klassischen traditionellen Heilmethoden, bei dem Akupunkturpunkte und schmerzende Körperteile durch brennendes Beifußkraut erwärmt werden. Beifuß, der auch Moxa- oder Brennkraut genannt wird, enthält viele ätherische Öle, außerdem Baumharze, Vitamine, Eisen, Magnesium und weitere heilsame Bestandteile. In China wird er traditionell gesammelt, zerrieben und zu Kegeln oder Zigarren weiterverarbeitet. Brennt man die Beifußprodukte dicht über den zu behandelnden Körperbereichen ab, kann man auf diese positiv einwirken. Wie die Akupunktur und weitere Verfahren der TCM beruht die Moxa-Therapie auf der Vorstellung von Yin und Yang und einer für die Gesundheit entscheidenden Lebensenergie, deren Energiebahnen (Meridiane) in Fluss gehalten werden müssen.

 

Indirekte Heilmethode

In der westlichen Welt ist die Moxibustion vor allem als indirekte Anwendung bekannt. Während in China Beifuß-Kegel direkt auf der Haut abgebrannt werden und therapeutisch beabsichtigte Brandblasen verusachen, wird der Kegel in Deutschland auf eine Zwischenablage aus Ingwer, Tofu, Knoblauch oder Salz gesetzt und erst dann abgebrannt. Am gebräuchlichsten jedoch ist die Anwendung einer Moxazigarre, mit der sich der Abstand zur Haut und damit die Wärmewirkung optimal regulieren lassen.

 

Stimulation der Akupunkturpunkte

Gelegentlich wird die Moxatherapie auch als Kombination mit Akupunktur angewandt, wobei der brennende Beifuß-Kegel auf die Akupunkturnadel gesteckt wird, die die Hitze in die Haut leitet. Wie die Akupunktur arbeitet auch die Moxibustion mit der Stimulation von Meridian-Punkten. 

  

Wirkung
Durch den Wärmereiz sollen die körpereigenen Selbstheilungskräfte aktiviert und verschiedene Beschwerden gelindert werden. Traditionell verwendet die TCM die Moxa-Therapie bei Erkrankungen durch Kälte oder Feuchtigkeit (Yin). Schmerzen, Magen-Darm-Beschwerden, Rückenleiden, Muskelverspannungen, Erschöpfung, Atemwegs-Erkrankungen und Sportverletzungen sollen so gezielt und nebenwirkungsarm bekämpft werden können. Besonders als Ergänzung zu physiotherapeutischer Behandlung eignet sich das Moxen. Die Wirkung wird auf eine Verstärkung der Durchblutung, des Stoffwechsels sowie bestimmter Organfunktionen aufgrund des Wärmereizes zurückgeführt. In der TCM dient die Moxa-Therapie nicht nur der Heilung bestehender Krankheiten, sondern wird auch präventiv eingesetzt. 

  

Einschränkungen
Die Moxatherapie sollte stets von einem fachkundigen Therapeuten, etwa einem Arzt oder Heilpraktiker, durchgeführt werden, der die zu behandelnden Bereiche genau festlegen kann. Im Gesichts- und Kopfbereich sowie in der Nähe von Schleimhäuten darf nicht gemoxt werden. Auch bei Fieber und akuten Entzündungen sowie während der Menstruation und bei Schlaflosigkeit ist die Moxa-Therapie nicht zu empfehlen. Das direkte Moxen kann zudem zu dauerhaften Narben führen.