Die Geschichte der Tonaufzeichnung ist geprägt von Quantensprüngen in Aufnahmetechnik und Wiedergabequalität. Bevor man sich mit Qualitätsverlusten beim Musikdownload Klassik beschäftigen kann, ist ein kurzer Blick auf die Geschichte der Tonaufzeichnung und Wiedergabe hilfreich.
Geschichte
Die erste kommerziell erfolgreiche Möglichkeit Tonaufzeichnungen auf Tonträger zu pressen war die Schellack-Schallplatte. Etwa drei mal so stark wie die Langspielplatte wurde diese mit 78 Umdrehungen pro Minute abgespielt. Neben Störgeräuschen, die bei Aufnahme und Wiedergabe entstanden, konnte man das gespielte Musikstück durchaus ausmachen. Trotzdem war die Schellack, die Geburtsstunde der ersten Weltstars. Mario Lanza und Fritz Wunderlich zum Beispiel kann man in Verbindung mit der Schellack Technik als Pioniere der heutigen Musikindustrie bezeichnen. Der nächste Quantensprung war die Langspielplatte die etwa fünf Jahrzehnte die Szene beherrschte. „Musikdownload für Klassik“ fand damals im guten alten Plattenladen statt. Noch immer unerreicht ist der weiche, natürliche Klang, die gute LP-Pressungen auszeichnete. Leider war es aber unvermeidlich, dass die Nadel des Tonabnehmers sich in die Plattenrille einfräste – und das bei jedem Abspielen. Die absoluten Freaks spielten deswegen die Langspielplatte nass ab, mit allen möglichen Wundermitteln. Unvermeidlich kam man aber mit steigender Nutzung der Langspielplatte durch mechanische Beschädigungen wie Kratzer, Fingerprints und anderem, von der Tonqualität der Wiedergabe, immer näher an die der Schellack. Es kam der Tag an dem es keine wirkliche Freude mehr machte sich eine oft gespielte Langspielplatte anzuhören.
Die Compact Disc begründet eine neue Ära
In den achtziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts begann der Siegeszug der digitalen Aufnahme und Wiedergabe. Mit der Datenrate gab es erstmals eine objektive Grundlage Tonqualität ziffernmäßig festzuhalten. Etwa 200 Billionen Compact Disc wurden seither mit einer Datenrate von etwa 1400 kb/s verkauft. Die nächste Revolution in der Verbreitung von Musik war und ist das Internet und das MP3 Komprimierungsverfahren. Musikdownload für Klassik in guter Tonqualität war aber noch kein Thema. Von den praktisch möglichen Übertragungsgeschwindigkeiten im weltweiten Netz war von Anfang an klar, dass man die großen Datenmengen einer Compact Disc Aufnahme reduzieren muss um Musik über das Internet vertreiben zu können. Zunächst wurden MP3 Musikstücke mit einer Datenrate von 128 kb/s und darunter angeboten. Bei diesen Datenraten kann man nur von geringer Klangqualität sprechen. Heute sind zumindest 192 kb/s üblich – einige Anbieter im Internet bieten auch Aufnahmen mit 320 kb/s an. Musikdownload Klassik beginnt also mit zumindest 192 kb/s.