Muss man die Wohnung bei Auszug streichen? Das sollte man beachten

Man muss die Wohnung bei Auszug streichen, wenn dies rechtswirksam im Mietvertrag vereinbart wurde und es notwendig ist?


Unabhängig davon, ob die Wohnung renoviert übernommen wurde, ergibt sich aus einer wirksamen Vereinbarung über die Durchführung von Schönheitsreparaturen für den Mieter, dass er die Wohnung bei Auszug streichen muss, wenn es notwendig ist. Hat er erst kurz vor dem Vertragsende Renovierungsarbeiten durchgeführt oder ist die Wohnung nur unwesentlich abgewohnt, muss er bei Auszug nicht streichen.

Die Verpflichtung

  • Zumeist ergibt sich für den Mieter die Verpflichtung, die Wohnung bei Auszug streichen zu lassen oder es selbst zu tun, bereits aus einer gesonderten Vereinbarung des Mietvertrages. Wohnungen werden fast immer in renoviertem Zustand an den Mieter übergeben und die Vermieter lassen sich gerne bestätigen, dass sie ihre Wohnung bei Auszug auch in diesem renovierten Zustand zurückerhalten wollen. Selbst die Wandfarbe wird in solchen Vereinbarungen nicht selten vorgeschrieben.
  • Aber auch ohne eine besondere Vereinbarung und sogar für den Fall, dass die Wohnung unrenoviert übergeben wurde, kann eine Pflicht des Mieters bestehen, dass er die Wohnung bei Auszug streichen muss. Dies ergibt sich aus den Vertragsklauseln zur Durchführung von Schönheitsreparaturen. Je nach Verwendungsart der Räume, bestehen zumeist Renovierungsklauseln von sieben, fünf oder drei Jahren. Liegen diese turnusmäßigen Renovierungen bereits eine Weile zurück, muss der Mieter die Wohnung bei Auszug schon allein deswegen streichen.

Die Einschränkungen

  • Der Bundesgerichtshof hat klargestellt, dass diese Klauseln nur dann anwendbar sind, wenn sie nicht zu starr auf einer grundsätzlichen Verpflichtung des Mieters bestehen, die Wohnung bei Auszug zu streichen. Es kommt auf den Zustand an. Ist sie noch in einem gepflegten Zustand, muss der Mieter keineswegs die Wohnung bei Auszug streichen.
  • Unwirksam ist auch eine Verpflichtung, während der Mietzeit oder zum Auszug nur bestimmte Tapeten oder Farben zu benutzen. Jeder Mieter ist in der Farbgestaltung seiner eigenen vier Wände unabhängig von den Vorlieben seines Vermieters. Beschädigt er allerdings durch die Art der Farben die Bausubstanz oder lässt sich die Wohnung überhaupt nicht mehr vermitteln, löst der Mieter einen Schadensersatzanspruch aus. Um das zu vermeiden, sollte man unter diesen Voraussetzungen die Wohnung bei Auszug streichen und dazu gedeckte, neutrale Farben wählen.