Mutterschaftsurlaub - rechtliche Bestimmungen

Für den Mutterschaftsurlaub gelten wichtige gesetzliche Regelungen, welche die werdende Mutter in besonderem Maße schützen sollen


Der sicher etwas unglücklich gewählte Begriff Mutterschaftsurlaub bezeichnet ein rechtlich bestimmtes Beschäftigungsverbot für (werdende) Mütter im Zeitraum vor und nach der Entbindung. Dabei handelt es sich natürlich nicht um einen Urlaub, welcher dem Zweck der Erholung, Weiterbildung oder Ähnlichem dient. Der Mutterschaftsurlaub ist gesetzlich im Mutterschutzgesetz verankert, welches die rechtlichen Grundlagen zum besonderen Schutz von Frauen in der Schwangerschaft und in der Zeit nach der Geburt liefert. Das Mutterschutzgesetz betrifft alle schwangeren Frauen, die sich in einem Arbeitsverhältnis befinden. Keine Rolle spielt dabei die Art des Arbeitsverhältnisses. Der Mutterschutz gilt gleichermaßen für Vollzeitbeschäftigte, Teilzeitarbeiterinnen, Aushilfen und Auszubildende. Die gesetzlichen Regelungen verfolgen als übergeordnetes Ziel den Schutz der Mutter und des Kindes vor Gefahren und gesundheitlichen Beeinträchtigungen, die im Zuge der Arbeitstätigkeit entstehen könnten. Außerdem soll die Mutter in der Zeit kurz vor und nach der Geburt vor finanziellen Nachteilen sowie vor einer Kündigung geschützt werden. In Einzelnen sieht das Gesetz die folgenden Regelungen zum Schutz der, in einem Beschäftigungsverhältnis stehenden, werdenden Mutter vor.

Bestimmungen zur zeitlichen Dauer

Insgesamt beträgt die gesetzlich festgelegte Dauer der Freistellung in Deutschland 14 Wochen. Gemäß dem Mutterschutzgesetz darf die Frau sechs Wochen vor dem erwarteten Geburtstermin nicht mehr von Ihrem Arbeitgeber beschäftigt werden. Abweichungen von dieser Regelung sind in Ausnahmefällen möglich, wenn die werdende Mutter beispielsweise den ausdrücklichen Wunsch äußert, weiterhin zu arbeiten. Nach der Geburt beträgt die gesetzliche Schutzfrist in der Regel acht Wochen. Bei Früh- oder Mehrlingsgeburten erhöht sich diese Frist um vier zusätzliche Wochen und liegt bei zwölf Wochen. Außerdem werden bei vorzeitigen Entbindungen die Tage, welche vor der Geburt nicht in Anspruch genommen wurden, an die Schutzfrist nach der Geburt angehängt.

Gehaltsfortzahlung während der Schutzfristen

Für den Zeitraum sechs Wochen vor der Geburt bis acht Wochen nach der Geburt erhält die, von der Arbeit freigestellte, Frau Mutterschutzgeld. Dieses wird bei gesetzlich Versicherten von der Krankenkasse, bei allen anderen vom Bundesversicherungsamt gezahlt und muss vor dem Mutterschaftsurlaub beantragt werden. Das Geld entspricht etwa dem Nettogehalt und orientiert sich am durchschnittlichen Verdienst der letzten drei Monaten vor dem Mutterschaftsurlaub.