Mutterschutz: Dauer, Leistungen und Lohnfortzahlung

In Deutschland beginnt der Mutterschutz in der Regel sechs Wochen vor dem Geburtstermin und endet acht Wochen nach der Entbindung.


In Deutschland wurde im Jahre 1952 das sogenannte Mutterschutzgesetz eingeführt, um Müttern vor und nach der Geburt die Möglichkeit der Erholung zu bieten. Etwa einen Zeitraum von sechs bis acht Wochen braucht der Körper nach einer Entbindung, um sich von den Strapazen der Schwangerschaft und Geburt zu erholen und den Hormonhaushalt umzustellen. In dieser Zeit brauchen sowohl Mutter als auch Kind viel Ruhe und gemeinsame Zeit, um sich aufeinander einstellen zu können.

Dauer des Mutterschutzes
Frauen steht in Deutschland eine Mutterschutzzeit von mindestens 14 Wochen zu. Der Mutterschutz beginnt sechs Wochen vor dem errechneten Geburtstermin. In dieser Zeit steht es schwangeren Frauen frei, ob sie weiter arbeiten möchten oder nicht. Nach der Entbindung des Kindes dürfen Mütter acht Wochen nicht an ihren Arbeitsplatz zurückkehren. Bei einer Zwillings- oder Mehrfachgeburt sowie bei Frühgeburten verlängert sich die Zeitspanne auf zwölf Wochen nach der Entbindung. In diesem Zeitraum ist es den Frauen untersagt am Berufsalltag teilzunehmen. Kommt der Säugling vor dem errechneten Geburtstermin zur Welt, werden die „verlorenen“ Tage einfach an die Zeitspanne nach der Geburt angehängt, sodass immer die gesetzlich festgeschriebenen 14 Wochen Mutterschutz erreicht werden.

Anrecht auf Mutterschutz
Ein Anrecht auf Mutterschutz haben alle schwangeren Frauen unabhängig von ihrer Staatsangehörigkeit und ihrem Familienstand, die in einem Arbeitsverhältnis stehen. Dazu zählen Arbeitnehmerinnen in der Ausbildung, die in Voll- oder Teilzeit arbeiten, geringfügig beschäftigt sind oder sich noch in der Probezeit befinden. Ausnahmen bilden Arbeitsverhältnisse, die von Beginn an zeitlich begrenzt waren. Das Mutterschutzgesetz gilt außerdem nicht für Studentinnen, die ein Praktikum absolvieren und selbstständige Frauen.

Kündigung während des Mutterschutzes
Ab dem Zeitpunkt, an dem die Schwangere ihren Arbeitgeber über ihre Schwangerschaft informiert hat, bis zum Ende des Mutterschutzes unterliegt sie dem Kündigungsschutz und darf demnach nicht entlassen werden. In Ausnahmefällen ist eine Kündigung dennoch wirksam. Zu diesen Gründen zählt eine Insolvenz oder Stilllegung des Betriebes sowie bei Kleinbetrieben das Fehlen einer qualifizierten Ersatzkraft. Auch bei einer schweren Pflichtverletzung der Schwangeren ist der Arbeitgeber zu einer Kündigung berechtigt.

Leistungen und Lohnfortzahlungen
Der Verdienstausfall während der Zeit des Mutterschutzes wird vom Arbeitgeber, der Krankenkasse oder von Familienfonds erstattet. Es findet somit in jedem Fall eine Lohnfortzahlung statt. Das Mutterschaftsgeld beläuft sich bei gesetzlichen Krankenversicherungen auf 13 Euro am Tag. Der Arbeitgeber stockt das Mutterschaftsgeld bis zur Höhe des vorherigen, täglichen Nettogehalts auf. Die Zahlungsmenge errechnet sich aus dem Durchschnittsgehalt der letzten drei Arbeitsmonate inklusive Überstunden vor dem Mutterschutz.
Patientinnen einer privaten Krankenversicherung erhalten eine einmalige Zahlung von 210 Euro für den gesamten Zeitraum des Mutterschutzes. Der Arbeitgeber zahlt auch hier nur den Differenzbetrag zwischen 13 Euro und dem üblichen täglichen Nettogehalt.
Darüber hinaus hat die Mutter in der Zeit nach der Geburt ein Anrecht auf medizinische Hilfe in Form einer Hebamme, die von den gesetzlichen Krankenkassen bezahlt wird.