Aufrechter Gang
Viele Menschen glauben, dass der aufrechte Gang uns die Rückenprobleme beschert. Das stimmt so nicht. Das Gegenteil ist der Fall. In der heutigen Zeit ist der Grund, warum die Zahl an Rückenschmerzpatienten steigt, dass wir den aufrechten Gang viel zu selten praktizieren. Im Durchschnitt sitzt ein Deutscher 11,5 Stunden am Tag. Die Wirbelsäule ist aber nicht für das Sitzen gebaut, sondern zum Gehen. Durch die aufrechte Position und die Bewegung hält sich die Wirbelsäule selbst gesund und kann sich sogar selbst reparieren. Durch Bewegung werden Bandscheiben mit Flüssigkeit und Nährstoffen versorgt. Ein trainiertes Muskelkorsett bewahrt uns vor der Abnutzung von Bandscheiben und Wirbeln, da die Muskeln diese Bestandteile der Wirbelsäule auseinanderhalten. Sind die Muskeln, aber auch die Bänder, schlaff, drücken die Wirbel auf die Bandscheiben. Die Folgen sind Abnutzungserscheinungen, Bandscheibenvorfälle und vieles mehr.
Hunde, die bekannter Maßen auf vier Beinen laufen, haben übrigens fast genauso viele Rückenprobleme wie wir Zweibeiner.
Gerader Rücken
Auch der Mythos, dass der Rücken um jeden Preis gerade gehalten werden muss, stimmt nicht. Sicher tut es dem Rücken gut, wenn wir ihn grade halten, aber nicht die ganze Zeit und in jeder Situation. Es hat seinen Grund, warum die Wirbelsäule biegsam ist. Wer seinen Rücken nicht bewegt, riskiert Muskelverkrampfungen und damit Schmerzen. Denken Sie daran beim Gehen und Sitzen den Rücken gerade zu halten und treiben Sie Sport. Wenn Sie in die Badewanne steigen möchten, biegen Sie bitte Ihren Rücken. Wichtig ist es, dass Sie auf Ihren Körper hören. Fällt Ihnen eine Arbeit oder Bewegung mit geradem Rücken schwer, krümmen Sie ihn eben. Wichtiger als alle Verhaltensregeln ist das Trainieren der Muskeln durch Sport.
Bandscheibenvorfälle
Nicht jeder Bandscheibenvorfall muss operiert werden. Fast 30 Prozent der Vorfälle werden erst gar nicht bemerkt, da sie keine Symptome, wie Schmerzen, hervorrufen. Machen sich Beschwerden bemerkbar, können 80 Prozent auch ohne Operationen geheilt werden. Häufig reicht es seine Körperhaltung zu verbessern, die Muskulatur zu stärken und zu warten, bis der Vorfall von selbst abgeheilt ist. In der Zwischenzeit ist eine gute Schmerztherapie vonnöten.
Harte Matratze
Je härter die Matratze ist, desto besser ist sie für den Rücken. Diese Aussage ist mittlerweile überholt. Eine Matratze sollte weder zu weich noch zu hart sein. Eine „normale“ Matratze reicht, um keine Rückenschmerzen zu bekommen. Sie sollte nicht durchgelegen sein, keine Schäden, wie hervorstehende Sprungfedern, aufweisen und nicht älter als 15 Jahre sein.
Bettruhe
Bei Rückenschmerzen sollten Sie auf keinen Fall Bettruhe halten. Der Rücken benötigt Bewegung, sonst verkrampfen die Muskeln. Haben Sie Rückenschmerzen, ist zu über 85 Prozent Bewegungsmangel die Ursache. Legen Sie sich nun hin, verschlechtern Sie die Situation nur noch weiter. Die Muskeln verspannen sich durch die starre Haltung und Sie bekommen noch stärkere Schmerzen. Daher wird geraten, nur bei starken Leiden und höchstens für drei Tage lang das Bett zu hüten. Danach sollten Sie wieder in den normalen Alltag einsteigen. Notfalls können Sie Schmerztabletten einnehmen, um den Tag zu überstehen. Danach werden Sie sich besser fühlen.