Nur weil man einen Garten hat und Blumen liebt, handelt man noch lange nicht ökologisch. Hätten Sies gewusst? Wer normale Blumenerde verwendet, schadet der Umwelt! Die Kokosfaser bildet eine deutlich umweltfreundliche Alternative.
Kohlenstoffspeicher Moor
Normale Blumenerde, egal ob Billigprodukt oder Markenerde – besteht in den meisten Fällen aus Torf. Doch der Abbau von Torf schadet dem Klima und vernichtet außerdem den Lebensraum gefährdeter Pflanzen und Tiere, so der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND). Moore sind Kohlenstoffspeicher: Sie speichern genauso viel wie die komplette Vegetation der Erde – also etwa 550 Millionen Tonnen. Doch jährlich werden aus deutschen Hochmooren etwa 10 Millionen Kubikmeter Torf abgetragen. Und dieser „Raubbau“ macht sich bemerkbar. Ursprünglich gab es einmal 9000 Quadratkilometer Naturmoor, heute sind es nur noch in etwa 600!
Biogarten mit Kokosfaser
Eine umweltfreundlichere Lösung sind daher Kokosfasern. Diese sind ein Abfallprodukt, das bei der Matten- oder Schnüren-Herstellung anfällt, anschließend wird es in kleine Blöcke gepresst. Die Koksofaserblöcke gibt es im Baumarkt, Pflanzenfachhandel oder im Internet. Wer auf Fair Trade Wert legt, kann außerdem fair gehandelte Kokosfaser im Eine-Welt-Laden erstehen. So unterstützt man gleichzeitig noch Produzenten in Dritte-Welt-Ländern.
So wirds gemacht
Anders als Blumenerde muss man bei Kokosfasern das Substrat noch anmischen. Einen dieser Blöcke mischt man dann bei Bedarf mit etwa sechs bis zehn Litern Wasser. Innerhalb von einer halben Stunde sind die Kokosfasern dann aufgequollen, die Konsistenz ähnelt dem Torf. Als nächstes wird die Masse zerbröselt und verarbeitet. Ergiebig ist die Kokosfaser obendrein: Ein Block ergibt in etwa neun Liter Pflanzsubstrat.
Handliche Faser
Die Kokosfaser hat viele weitere Vorteile. Ein Block ist deutlich handlicher und leichter als die großen Säcke voller Blumenerde. Das nervige Schleppen entfällt also komplett. Somit ist die Kokosfaser insbesondere für Hobbygärtner geeignet, die nur einen kleinen Balkon oder Garten haben, um sich eine grüne Oase zu schaffen. Außerdem gedeihen viele Pflanzen besser mit einem Kokosfaser-Kompostgemisch, als mit einem normalen Torf-Kompostgemisch. Das Kokosfasersubstrat trocknet genauso schnell, nimmt aber bis zu 30 Prozent mehr Feuchtigkeit auf. Auch kann man sich sicher sein, dass es sich um ein reines Naturprodukt handelt, da Kokospalmen nicht gedüngt oder gespritzt werden.