Nahrungsergänzung - Wichtige Nährstoffe im Rahmen der Ernährung bei Diabetes

Nährstoffe und eventuelle Nahrungsergänzung müssen auf jeden Menschen abgestimmt werden. Welche besonderen Anforderungen es bei der Ernährung bei Diabetes gibt, lesen Sie hier


Diabetiker brauchen mehr Antioxidanzien und Nährstoffe als gesunde Menschen. Da diese manchmal mit der Nahrung nicht aufgenommen werden können, bietet sich, nach der Absprache mit dem behandelnden Arzt, auch so manche Nahrungsergänzungl zur Unterstützung an.

Spurenelemente
Diabetiker scheiden vermehrt Zink aus, dieses Metall ist jedoch wichtig für die Glukoseverwertung und Insulinwirkung. Es fördert die Insulinproduktion und -speicherung. Da Zink die Sinnesfunktionen, wie Schmecken und Riechen beeinflusst, kann ein Zinkmangel Geschmacksveränderungen zur Folge haben. Zink hat in den Körperzellen weitreichende Funktionen, dazu gehört auch die unterstützende Tätigkeit bei Wundheilungsstörungen, welche bei Diabetespatienten häufig auftreten. Das Metall ist vor allem in tierischen Lebensmitteln enthalten, pflanzliche Produkte sind eher zinkarm. Aber auch in Roggen- und Weizenkeimen sowie in Haferflocken ist Zink enthalten.

Chrom
Chrom hat Aufgaben bei der Regulation des Zucker- und Insulinstoffwechsels, indem es die Empfindlichkeit der Zellen auf Insulin verbessert. Daneben hat Chrom auch Einfluss auf den Fettstoffwechsel und trägt zu einem guten Cholesterinspiegel bei. Auch auf die Muskulatur hat Chrom positive Wirkungen. Bei einem bestehenden Chrommangel können Blutzuckerspiegel sowie Blutfettspiegel ansteigen. Chrom ist insbesondere in Käse, Linsen, Nüssen und Vollkornprodukten enthalten.

Mineralstoffe
Generell werden bei den Mineralstoffen keine großen Verluste oder ein erhöhter Bedarf bei Diabetikern festgestellt. Jedoch können gerade insulinpflichtige Diabetiker einen Magnesiummangel entwickeln. Magnesium hat seine Funktion bei vielen energieabhängigen Prozessen im Körper. Ein Mangel an Magnesium kann die Entwicklung einer Netzhautschädigung begünstigen. Magnesium hat Gefäß erweiternde und Blutdruck regulierende Wirkung und ist daher besonders wichtig für Diabetiker. Es ist sowohl für Nerven- und Muskelzellen als auch zur Stärkung von Herz und Kreislauf von Bedeutung. Beim Einstellen des Blutzuckerspiegels kann ein Magnesiummangel äußerst hinderlich sein, der Mangel kann aber durch eine erhöhte Zugabe von Magnesium schnell wieder behoben werden. Magnesiumreiche Lebensmittel sind Weizenkeime, Sojamehl, Nüsse und unpolierter Reis.

Aminosäuren
Taurin ist eine Aminosäure die stark antioxidative Wirkung hat. Daneben schützt sie Zellmembranen und wirkt entzündungshemmend. Taurin unterstützt auch das Wachstum von Augen und Gehirn. Daher kann Taurin das Risiko an Netzhautkrankheiten zu erkranken, wie sie bei Diabetes als Folgekrankheit auftreten können, senken. Die Aminosäure ist besonders für die Nervenfunktionen wichtig. Daneben hat sie beruhigende Wirkung auf Zellen des Herzens und kann Verklumpungen des Blutes entgegenwirken. Lebensmittel wie Thunfisch, Dorsch und Vollmilch sind reich an Taurin.

Vitamine
Gerade wasserlösliche Vitamine gehen bei Diabetikern schnell über den Urin verloren (aufgrund des hohen Harndrangs), daher weisen Diabetiker sehr viel schneller einen Vitaminmangel auf. Diabetiker haben einen besonders hohen Bedarf an Vitamin E und C. Diese können gefährliche Stoffwechselendprodukte, die vermehrt bei Diabetikern gebildet werden, verringern. Vitamin C und E sind sehr wichtige Antioxidanzien und können so schädigende Radikale abfangen. Vitamin E übernimmt zudem bedeutende Funktionen im Fettstoffwechsel und wirkt dem Zusammenklumpen von Blutplättchen entgegen, ist also wichtig im Rahmen der Ernährung bei Diabetes. Dies hat Bedeutung bei Ablagerungen in den Blutgefäßen. Im Komplex mit anderen Vitaminen schützt Vitamin E auch die Funktion anderer Nährstoffe. Das Vitamin ist in pflanzlichen Ölen (zum Beispiel Weizenkeim-, Sonnenblumen und Olivenöl), in Bohnen, Spargel, Nüssen und Getreide enthalten. Auch B-Vitamine (Folsäure, Vitamin B1, B6, B12) sind wichtige Stoffe für die Körperfunktionen. Sie haben eine sehr wichtige Funktion bei der Steuerung des Zucker- und Nervenstoffwechsels, sie versorgen das Nervensystem und können Diabetikern Schutz vor diabetischen Nervenschäden (Neuropathie) bieten.

Vitamin D zur Behandlung von Typ-1-Diabetes?
Da es sich bei Typ-1-Diabetes um eine Autoimmunkrankheit handelt, wird mit einer Gabe von Vitamin D versucht, die immu regulierenden Prozesse wieder zu stabilisieren und die Zerstörung der insulinproduzierenden Zellen in der Bauchspeicheldrüse zu stoppen. Die aktive Form des Vitamins ist Calcitriol, das Vitamin D 3, dieses besitzt eben diese immunregulatorische Fähigkeiten. In Tierversuchen zeigte sich, dass die Entstehung von Typ-1-Diabetes um ein Drittel gesenkt wird, wenn hohe Dosen des Vitamins verabreicht werden. Der Effekt von Vitamin D 3 auf Typ-1-Neuerkrankungen wird nun in einer großen Studie geprüft.

Beta-Carotenoide
Beta-Carotenoide sind Antioxidanzien, die insbesondere in gelben Gemüse- und Obstsorten vorkommen. Diese Stoffe sind Vorstufen des Vitamin A (Retinoide) und werden zu diesem im Körper umgewandelt. Außerdem fungieren sie als wichtige Radikalfänger im Körper und haben positive Auswirkungen auf alle Körperzellen.

Omega-3-Fettsäuren
Omega-3-Fettsäuren sind mehrfach ungesättigte Fettsäuren und als Nahrungsfette besonders wichtig für die Ernährung bei Diabetes. Sie haben entzündungshemmende Wirkung und beeinflussen die Fließeigenschaften des Blutes positiv. Das Arterioskleroserisiko wird mithilfe der Einnahme von Omega-3-Fettsäuren reduziert. Diese Fettsäuren sind besonders in Fischöl und Algen sowie in Leinölprodukten enthalten.