Namensänderung beim Kind - geht das?

Die Namensänderung beim Kind ist grundsätzlich möglich, aber bei geteiltem Sorgerecht müssen beide Elternteile zustimmen.


Eine Namensänderung beim Kind steht in der Regel dann an, wenn der Erziehungsberechtigte, bei dem das Kind nach einer Scheidung lebt, wieder heiraten und den Namen des neues Partners annehmen möchte. Soll das Kind den neuen Namen ebenfalls annehmen sind einige Regeln einzuhalten.

Voraussetzungen bei gemeinsamen Sorgerecht
Um den Namen bei dem Kind ebenfalls zu ändern, müssen einige Voraussetzungen geschaffen werden. Zunächst sollte das Kind ab einem bestimmten Alter (circa ab sieben Jahren) den neuen Namen annehmen wollen. Entscheidend ist aber die Zustimmung beider Sorgeberechtigten. Bei der Entscheidung muss bedacht werden, dass die Namensänderung beim Kind vor dem Standesamt von allen Beteiligten unterschrieben werden muss und damit auch die Geburtsurkunde auf den neuen Namen umgeschrieben wird. Stimmt eine der Seiten nicht zu, kann die Namensänderung nur über das Familiengericht erreicht werden. Dazu muss eine Klage auf das alleinige Sorgerecht eingereicht werden, die in den meisten Fällen allerdings keine guten Erfolgschancen hat.

Namensänderung beim Kind rückgängig machen
Sollte der Fall eintreten, dass die neue Ehe scheitert und zum Beispiel die Mutter mit dem betroffenen Kind ihren Mädchennamen wieder annehmen möchte, greift das Namensänderungsgesetz. Es muss ein Antrag beim Standesamt gestellt werden, der dann zur Namensänderungsbehörde weitergeleitet wird. Dem Antrag muss ein Bericht über die Gründe beiliegen sowie die Einverständniserklärung des zweiten Sorgeberchtigten. Das Jugendamt wird eingeschaltet, welches eine Befragung des Kindes durchführt, um zu erfahren, wie das Kind zur Namensänderung steht. Der Bericht vom Jugendamt wird dem Antrag hinzugefügt, wonach dann die Behörde entscheidet, ob dem Antrag stattgegeben wird. Hier steht immer das Wohl des Kindes im Mittelpunkt. Es empfiehlt sich vor Antragstellung eine Beratung bei der Namensänderungsbehörde in Anspruch zu nehmen, um zu erfahren, ob Aussicht besteht, dass in dem persönlichen Fall, die Genehmigung erteilt wird.

Kosten
Im ersten Fall der Namensänderung beim Kind entstehen nur die Gebühren beim Standesamt für die Ausstellung der neuen Dokumente. Im zweiten Fall müssen mit dem Antrag die Einkommensverhältnisse offen gelegt werden, da sich die Gebühr nach dem Einkommen richtet. Es muss bedacht werden, dass die Gebühren mit Antragstellung erhoben werden, egal ob die Genehmigung erteilt wird oder nicht.