Nasenbluten (Epistaxis) - Eine lästige Angelegenheit

Wenn Nasenbluten auftritt liegt meistens nur ein Riss in der Schleimhaut vor, welches durch Popeln entstanden sein kann. Im schlimmsten Fall ist Nasenbluten ein Zeichen von einem Nebenhöhlen-Karzinom.


Wenn plötzlich Blut aus der Nase läuft, sind die meisten Menschen zutiefst verunsichert und forschen nach den Ursachen der Blutung. Zunächst besteht kein Anlass zur Sorge, denn meist wird Nasenbluten durch einen Riss der Nasenschleimhaut verursacht, der etwa durch starkes Schnäuzen oder Nasenbohren hervorgerufen werden kann. Wenn das Bluten jedoch nach 15 – 20 Minuten noch immer anhält und beide Seiten betroffen sind, sollte ein Arzt aufgesucht werden. Auch wenn die Nase im hinteren Bereich verletzt zu sein scheint und dadurch das Blut in den Rachen läuft, besteht Handlungsbedarf, denn akute und potenziell lebensgefährliche Blutungen haben ihren Ursprung meist in den hinteren Nasenabschnitten. Anhaltendes Bluten aus der Nase kann aufgrund des Blutverlusts sehr gefährlich werden. Bei arteriellem Nasenbluten besteht sogar die Gefahr des Verblutens.

Mögliche Ursachen
In der Nase befindet sich ein feines Geflecht venöser Blutgefäße, die bereits bei einem kleinen Schlag oder Sturz platzen können – Nasenbluten ist die Folge. Wenn des Öfteren Nasenbluten auftritt oder es ungewöhnlich lange anhält, sollte vom Hausarzt nach einer eventuell zugrundeliegenden Erkrankung gesucht werden. Es ist beispielsweise bekannt, dass Bluthochdruck (Hypertonie), die Einnahme der Antibabypille oder Vitamin C-Mangel das Risiko für Nasenbluten erhöhen können.

Grundsätzlich unterscheidet man örtliche Ursachen und solche, die als Begleit- oder Folgeerscheinung einer Krankheit, auftreten.

Lokale Ursachen
Der häufigste Grund ist in einer unmittelbaren Verletzung der Nasenschleimhaut zu suchen. Diese kann durch Gewalteinwirkung, Stürze, schleimhautreizende Chemikalien oder Fremdkörper in der Nasennebenhöhle verursacht werden. Etwa 80 Prozent aller Fälle von Nasenbluten entstehen durch Gefäßverletzungen nach äußerer Einwirkung durch Nasebohren.
Auch eine trockene Nasenschleimhaut infolge einer Erkältung zählt zu diesen Ursachen.

Symptom einer Erkrankung
Neben der Bluterkrankheit (Hämophilie) können auch andere Erkrankungen für das Nasenbluten verantwortlich sein. So können Tumore in der Nase, Blutkrebs oder Bluthochdruck für veränderte Bluteigenschaften und anfälligere Gefäße sorgen. Auch Gefäßerkrankungen oder akute Infektionskrankheiten (Typhus, Masern) begünstigen häufiges Nasenbluten. Weniger dramatisch ist die sogenannte Morbus Osler-Erkrankung, bei der sich gutartige Gefäßknötchen in der Nasenschleimhaut bilden. Auch infolge von starken Hormonschwankungen, wie sie etwa bei einer Schwangerschaft auftreten, kann Nasenbluten entstehen.

Sofortmaßnahmen
Als Erste-Hilfe-Maßnahme sollte sich der Betroffene hinsetzen und den Kopf nach vorne beugen, damit das Blut aus der Nase fließen kann. Auch können kurz die Nasenflügel zusammengedrückt werden, damit sich das verletzte Gefäß wieder verschließt. Zusätzlich kann die Blutung mit einer Tamponade gestillt werden. Hierfür genügt es, wenn ein Stück Watte oder Taschentuch angefeuchtet und zu einer Art Docht geformt und in das betreffende Nasenloch gebracht wird. Der Stoff kann vorher mit einem abschwellenden Nasenspray beträufelt werden. Denselben abschwellenden Effekt haben auch kühle Kompressen und Tücher, die auf die Nasenflügel und den Nacken gelegt werden.

Behandlung durch den Arzt
Sollte das Nasenbluten nicht gestillt werden können, stehen im Krankenhaus weitere, effektivere Maßnahmen zur Verfügung. Zu den am häufigsten zur Anwendung kommenden ist hierbei die Verödung des verletzten Gefäßes zu nennen. Dies kann entweder mittels eines Lasers, der Verwendung von Silbernitrat, dem Einsatz von Hochfrequenzstrom oder einem ätzenden Stoff geschehen. Zusätzlich verordnet der Arzt gefäßverengende und blutungsgerinnungsfördernde Mittel. Kommen nach einem ausführlichen Gespräch mögliche Erkrankungen in Betracht, wird sich der Arzt auch dieser zugrundeliegenden Krankheiten annehmen und sie entsprechend behandeln. Auch Kinder sollten bei längerem Nasenbluten von einem Arzt untersucht werden.