Natürliche Helfer - Wirkstoffe der Heilpflanzen

Zwar kennt man noch lange nicht alle, doch einige der feinen Wirkstoffe in Heilpflanzen sind durchaus bekannte Stoffe.


Eine Heilpflanze ist eine Pflanze, die aufgrund ihres Gehaltes bestimmter Wirkstoffe zu Heilzwecken oder Linderung von Krankheitssymptomen genutzt wird. Solche Pflanzen finden schon seit Jahrtausenden eine Verwendung durch den Menschen, der sich auf diese Weise in der „Naturapotheke“ nur zu bedienen brauchte. Der Begriff „Heilpflanze“ wird völlig unabhängig von der botanischen Zuordnung, Wuchsform oder sonstigem verwendet. Man bezeichnet vielmehr jede Pflanze mit einer bekannten heilenden Anwendung als „Heilpflanze“. Man sagt auch, dass jede Pflanze eine Heilpflanze sei, man müsse nur wissen wofür.

Heilpflanzen und ihre Anwendung - eine Sache der Erfahrung
Früher war das Wissen und der Glaube an die heilende Wirkung bestimmter Pflanzen lediglich eine Sache, die auf Erfahrung beruhte. Durch Ausprobieren und Beobachten konnte man für bestimmte Bereiche eine bestimmte positive Wirkung feststellen. Das Wissen wurde weitergegeben und angewendet, jedoch erfolgte keine Untersuchung der Wirkstoffe. Heute befasst sich ein ganzer Berufszweig, nämlich die Pharmakologen, wissenschaftlich mit der Forschung nach Wirkstoffen aus Pflanzen.

Wirkstoffe als Grundlage für Medikamente
So kann eine spezielle Wirkung einer Heilpflanze einem bestimmten Wirkstoff zugeordnet werden. Die Isolation und Bestimmung eines Wirkstoffes, macht es möglich daraus Medikamente und Präparate herzustellen und diese wiederum zu verkaufen. Wer denkt dann schon noch daran, dass diese Mittel im weitesten Sinne „von der Wiese“ stammen? Auch werden künstlich hergestellte Wirkstoffe den „echten“ pflanzlichen gesetzlich gleichgestellt, obwohl es einen grundlegenden Unterschied gibt. Nämlich enthalten pflanzliche Wirkstoffe noch eine Reihe Begleitstoffe, die mit Wahrscheinlichkeit auch für die Wirkung verantwortlich sind. Die synthetischen Mittel bestehen jedoch aus nur einem Wirkstoff.

Inhaltsstoffe und natürliche Schwankung
Bei der Heilwirkung einer Pflanze, kann man nicht einfach pauschal von festgelegten Mengen für bestimmte Zwecke und Anwendungen ausgehen. Der Gehalt der Wirkstoffe unterliegt logischerweise natürlichen Schwankungen, wie Unterschiede in der Bodenbeschaffung, Einwirkungsdauer des Tageslichtes oder Klima. Auch nach der „Ernte“ können die Art der Lagerung oder Verarbeitung starke Schwankungen auslösen. Bei manchen Stoffen, die ab einer gewissen Dosis giftig wirken, können solche Unterschiede gesundheits- und sogar lebensgefährlich werden. Ein Beispiel hierfür sind die Wirkstoffe des Fingerhutes, die bei einer hohen Dosierung giftig sind, bei einer niedrigen jedoch zur Therapie von Herzschwäche eingesetzt werden können. Die bekanntesten, der bisher identifizierten Wirkstoffe der Heilpflanzen, werden im folgenden genauer vorgestellt.