Naturheilkunde - Therapie bei Allergien und Asthma

Allergisches Asthma kann man auf zahlreiche Arten behandeln. Unter anderem stellen die Phyto- und die Eigenbluttherapie eine gute Behandlungsmethode dar.


In den letzen 60 Jahren haben Allergien in der deutschen Bevölkerung deutlich auf inzwischen über 40 Prozent zugenommen. Auch hat die Zahl der Asthmatiker sich in den letzten 10 Jahren verdoppelt, so dass inzwischen weltweit 150 Millionen Menschen an Asthma leiden. Von den mit Allergien betroffenen Patienten sind nur 25 Prozent in ärztlicher Behandlung, die Hälfte weiß nichts von Ihrer Allergie.

 

Allergisches Asthma und Co.
Zu den allergischen Krankheitsbildern gehört neben dem Heuschnupfen (allergische Rhinokonjunktivitis) und Neurodermitis, Nesselfieber (Urtikaria) sowie der allergische Schock als Notfallsituation. Auch allergisches Asthma fällt in die Gruppe. Häufig leiden die betroffenen Patienten an quälenden Begleiterkrankungen wie chronische Rachen-, Nasennebenhöhlenentzündungen und chronische Bronchitits.

 

Was ist eine Allergie und wie wird sie festgestellt?
Nach einem ersten Kontakt mit einem Allergen (z.B. Pollen) kommt es schließlich über Mechanismen des Immunsystems zur Bildung von IgE (Immunglobulin E)-Antikörpern, die auf den Mastzellen sitzen. Bei erneutem Kontakt mit dem Allergen passt dieses wie ein Schlüssel in das Schloss des IgE. Dies führt bei der Mastzelle zur Ausschüttung von Histamin, das Juckreiz bzw. Asthmareaktion hervorruft. Eine Allergie ist also eine Über- oder Fehlreaktion unseres Immunsystems auf Allergene.

Zur Feststellung einer Allergie ist eine umfangreiche Erhebung der Anamnese (Krankengeschichte) durch den Arzt unerlässlich. Weitere diagnostische Möglichkeiten sind der Pricktest (wo eine Testlösung mit geringem Allergengehalt auf den Unterarm aufgetropft wird), Blutuntersuchungen und eventuell Provokationstests durch die Nase.

Klassische schulmedizinische Allergietherapie

Hauptbehandlungen der Allergien sind die Karenz (Vermeidung), Hyposensibilisierung und symptomlindernde Therapie. Soweit es für den Patienten möglich ist, stellt die Karenz die wichtigste Therapiekonsequenz aus dem Allergietest dar. Reagiert er ausgeprägt mit Beschwerden z.B. auf bestimmte Tierhaare, so sollte ein entsprechendes Tier lieber nicht mit in der Wohnung leben.

Sofern die auslösenden Allergene nicht ausreichend gemieden werden können, sollte auch eine Hyposensibilisierung in Erwägung gezogen werden. Hierbei werden kleinere Dosen von Allergenen in regelmäßigen Zeitabständen entweder unter die Haut gespritzt oder bei Kindern unter die Zunge gesprüht. Bei der in der Regel drei Jahre dauernden Therapie „gewöhnt“ sich das Immunsystem an die Allergene und reagiert bei erneutem Allergenkontakt weniger stark, so dass sich die Beschwerden des Patienten langfristig bessern.

Außerdem gibt es zur Symptomlinderung der Allergie Tabletten (Anthistaminika), Sprays für Nase oder Bronchien, Augentropfen oder Salben, die oft auch Kortison enthalten.

 

Wege der naturheilkundlichen Allergietherapie

Gerade bei unreichendem Erfolg der schulmedizinischen Therapie, sollte auch eine naturheilkundliche Therapie bei einem entsprechend ausgebildeten Arzt in Erwägung gezogen werden. Speziell für die Allergiker und allergischen Asthmatiker wurde in unserer Praxis ein Therapiekonzept entwickelt, das folgende 6 Säulen umfasst: Ernährungsumstellung, Darmfloratherapie, Eigenblutbehandlung, Phytotherapie, Hydrotherapie und Stressmanagement.

Im Vordergrund sollte bei einer Ernährungsumstellung die Regulierung des Säure-Basen-Haushaltes stehen. Nur bei ausgeglichenem Säure-Basen-Haushalt können die Enzyme die wichtigsten bio-chemischen Prozesse im Organismus kontrollieren, beschleunigen oder bremsen. Da die Mehrzahl der Enzyme ihr Wirkoptimum im basischen Milieu entfaltet, sollte auf ausreichende Nahrungszufuhr von sogenannten Basenbildnern wie z.B. Obst, Gemüse und Salate geachtet werden. Gegebenenfalls auftretende Kreuzallergien (zum Beispiel allergische Reaktionen auf Steinobst bei Pollenallergikern) müssen in einer Beratung unbedingt berücksichtigt werden. Säurebildner wie Fleisch, Süßigkeiten und Backwaren können oft allergische Symptome (zum Beispiel bei Neurodermitis) verschlechtern und sollten deswegen nur in reduzierter Form zugeführt werden. Bedarfsweise empfiehlt sich auch eine zusätzliche Nahrungsmittelergänzung mit basischen Mineralien.

 

Eine wichtige Behandlungssäule stellt die Beeinflussung des Darmes (Darmfloratherapie), der mit seinen 400m² Oberfläche das größte Immunorgan des Menschen darstellt. Die dort lebenden Bakterien machen ca. 1,5 kg des Eigengewichtes aus. Eine gezielte Nahrungsmittelergänzung mit Darmbakterien führt zu einer Stimulation des darmeigenen Immunsystems (GALT) und beeinflusst unspezifische und spezifische Immunreaktionen. Dies führt gerade beim Allergiker zu einer Verbesserung des Ungleichgewichtes zwischen verschiedenen Arten der T-Helferzellen (Subpopulationen der T-Lymphozyten). Wie Studien eindrucksvoll belegen sind (nur) längerfristige Therapien von speziell hergestellten Nahrungsmittelergänzungen (nicht das, was die Industrie uns als probiotische Jogurts verkauft) hierbei erfolgversprechend.

 

Leider gibt es kein industrielles Interesse den Erfolg einer Eigenbluttherapie bei Allergikern zu überprüfen. Kleinere Studien und die eigene Erfahrungen zeigen hierbei doch eine deutliche Besserung bei Patienten mit Heuschnupfen, wenn die Therapie rechtzeitig vor der saisonalen Belastung eingeleitet wird. Durch das Spritzen des eigenen Blutes in den Gesäßmuskel werden massiv Abwehrzellen und sogenannte Killerzellen aktiviert.
Die Eigenbluttherapie ist eine gute Alternative erst recht für Patienten, bei denen aufgrund multipler allergischer Belastungen eine Hyposensibilisierung nicht in Frage kommt. Vermutlich wird aber ähnlich wie bei der Hyposensibiliserung eine Umlenkung des Immunsystems auf die „Immunglobulin G-Schiene“ (IgG; bildet sich sonst auch bei normalen Infekten) statt IgE (s.o.) erreicht.

Bei der Phytotherapie (pflanzliche Therapie) kann bei Neurodermitikern eine systemische Einnahme mit der Nachtkerze (Oenothera biennis) versucht werden. Erst hoch genug dosierte Einnahmen bringen häufig eine Linderung durch die im Öl der Samen sich befindende Gamma-Linolensäure. Auch Bittersüßstengel (Dulcamarae stipites) kann hierbei eine Linderung bringen. Neuere Forschungen zeigen auch eine deutliche Besserung des Heuschnupfens durch Bestandteile der Pestwurz (Petasites hybridus), die bereits früh in die allergische Reaktion eingreift.

 

Natürlich können bei oben genannten nur Beispiele aus der umfangreichen Phytotherapie erwähnt werden.
Auch um die erhöhte Infektanfälligkeit des Allergikers zurückzudrängen, sei die regelmäßige Anwendung von Kneipp`schen Waschungen und Güssen (Hydro- oder Wassertherapie) empfohlen, worüber Sie ein naturheilkundlich ausgebildeter Arzt sicher gerne näher berät.

Bei vielen Patienten mit Allergien, insbesondere Neurodermitikern, kann man deutliche psychosomatische (Psyche = Seele; Soma = Leib) Zusammenhänge erkennen. Gerade überhöhter krankmachender Stress (Disstress) führt häufig zu einer Verschlechterung von allergischen Symptomen, denen man oft nur mit einem zeitaufwendigen Stressmanagement begegnen kann.

 

 

Für die Inhalte dieses Artikels ist der Verfasser Dr. med. Dietmar Katholnigg verantwortlich.