Naturkosmetik unter der Lupe der Dermatologie: Teil 2

Ist teuer gleich besser? Und wie schaffen es Hersteller von Naturkosmetik, ihre hohen Qualitätsansprüche zu erfüllen?


Was ist nun tatsächlich drin in Naturkosmetik und welche Rolle spielen dabei die Produktionskosten, die Qualität und das Überleben auf einem umkämpften Markt?

Lesen Sie weiter, wie wertvoll oder nicht, Naturkosmetik aus dermatologischer Sicht sind.

Teufelskreis Profit, Qualität, Existenz

Jedem aufmerksamen Menschen wird jetzt aufgefallen sein, dass das genau die Dinge sind, mit denen eine Firma wirbt, um die von ihr hergestellten Produkte profitabel an den Mann zu bringen. Doch Fakt ist außerdem, dass laut Gesetzesbeschluss ein Kosmetikprodukt, egal, ob Bio oder nicht, über eine bestimmte Mindestmenge an konservierenden Mitteln verfügen muss, um verkauft werden zu dürfen. Die logische Schlussfolgerung ist also, dass es nicht möglich ist, die Versprechung „Ohne Konservierungsstoffe“ einzuhalten. Was aber dennoch in der Macht jeder einzelnen Firma liegt ist, dass sie die Wahl darüber hat, welche Mittel zur Haltbarkeit verwendet werden. Auch hier gibt es Unterschiede, wobei die unschädlichsten Substanzen die teureren sind. Alkohol zum Beispiel, ein sehr gut konservierendes Mittel ist günstig in der Beschaffung, trocknet aber die Haut aus und greift sie an. Viele Naturkosmetik-Produkte allerdings verzichten auf Alkohol, müssen aber mehr Geld für die Produktion bezahlen, was ihrer Konkurrenzfähigkeit schadet. Ein Teufelskreis, in dem derjenige, der ehrlich ist, am ehesten scheitern wird.

Ätherische Öle reizen?
Ein weiterer Punkt, den die Dermatologen testeten, sind die ätherischen Öle. Die EU setzte im Jahr 2005 eine ganze Reihe von ätherischen Ölen und Düften auf die sogenannte schwarze Liste. Diese natürlichen Stoffe müssen seither auf Produkten, die diese enthalten, auf der Verpackung ausgewiesen sein, damit Allergiker nicht in eine Falle tappen. Aus diesen Grund könnte man meinen, dass ätherische Öle genauso schädlich sind wie chemische Mineralöle. Doch Dermatologen können hier beruhigen. Natürliche Öle sind weitaus weniger reizend als Mittel der Chemie und können deshalb bedenkenloser benutzt werden, wenn keine Allergie gegen ein ätherisches Öl besteht.

Eine Frage des Gewissens
Im direkten Vergleich stellten die Dermatologen Folgendes fest: Beide Hersteller, egal ob natürlich oder chemisch, greifen auf billige Öle als Basis zurück. Der eine auf ein billiges natürliches Öl, der andere auf ein billiges chemisches. Auch Bindesubstanzen und Verdickungsmittel werden auf die gleiche Art und Weise ausgewählt. Wer konkurrenzfähig bleiben will orientiert sich in seiner Branche an den günstigsten Mitteln.
Fazit: Allein schon wegen dem Punkt der ätherischen Öle ist es immer besser zu natürlichen Produkten zu greifen. Diese Entscheidung ist auch deshalb richtig, da neben der Auswahl der Inhaltsstoffe auch darauf achtgeben, dass keine Tierversuche unternommen werden, so kann man reineren Gewissens Naturkosmetika kaufen. Was die wirkliche Hautverträglichkeit angeht, sollte nicht das billigste vom billigsten gekauft werden. Egal, ob bei Naturprodukt oder normaler Kosmetik.

Ausnahmen gibt es!
Einzig und allein eine Firma hat bisher das Versprechen einer hundertprozentigen Konservierungsfreiheit ihres Produktes wahrmachen können. Sie umgeht das Gesetz der Mindestmenge an Haltbarkeitsstoffen, indem sie die Naturkosmetik direkt an den Kunden ausliefert und auf den Zwischenhändler verzichtet. Dies wird aber eine Ausnahme bleiben, denn der logistische Aufwand ist für die meisten Firmen zu hoch.