Naturnaher Gartenteich: Ökologisch und schön anzusehen

Ein naturnaher Gartenteich kann der Natur etwas zurückgeben, denn wenn er richtig angelegt ist, finden hier viele einheimische und auch bedrohte Arten einen neuen Lebensraum.


Die Natur spendet uns jeden einzelnen Tag Lebensfreude und Aktivität; mit ihren unzähligen Farben, Formen und Mustern vermag sie es, uns immer wieder aufs Neue zu erstaunen. Ein naturnaher Gartenteich ist eine ideale Möglichkeit, der Natur für ihre wundersame Vielfalt zu danken. Idealerweise wird der Teich in der sogenannten Vegetationsruhe, das heißt in der Zeit von November bis Februar, angelegt, sodass er fertig ist, wenn die ersten Amphibien eintreffen.

Einige Grundregeln
Ein naturnaher Gartenteich ist ein selbst erhaltendes Gewässer, das den eigenen Garten verschönert und zugleich einen wichtigem Beitrag zum Artenschutz leistet. Er sollte möglichst so gestaltet sein, dass die heimische Tier- und Pflanzenwelt den Teich annimmt. Auch bei der Bepflanzung sollte auf einheimische Flora zurückgegriffen werden. Wichtig ist zudem, dass weitestgehend auf technische und chemische Hilfmittel verzichtet wird. Filteranlagen, Springbrunnen, Umwälzpumpen und UVC-Lampen sollten möglichst nicht eingesetzt werden. Denn all diese Gerätschaften und Extras sind nicht nur unnötig, sondern können auch eine ernste Bedrohung für das natürliche Gleichgewicht darstellen und Mikroflora- und fauna zerstören.

Gestaltung
Achten Sie darauf, dass verschiedene Zonen geplant und umgesetzt werden, um möglichst vielen verschiedenen Arten einen Lebensraum zu bieten. Das Ufer solte möglichst flach gestaltet sein, sodass Jungfrösche problemlos den Teich verlassen können, Vögel baden und kleine Igel nicht ertrinken, wenn sie hineingefallen sind.

Auf Fische verzichten
In der freien Natur sind Fische in einem Kleingewässer eine Seltenheit, da sie zu groß sind und zuviel Nahrung benötigen. Deshalb sollten Sie auch in Ihrem naturnahen Gartenteich darauf verzichten. Denn wenn sie beginnen, sich - mangels Fressfeinden - unkontrolliert zu vermehren, werden wichtige Glieder der Nahrungskette zerstört. Das ökologische Gleichgewicht gerät in Gefahr und die Entwicklung heimischer Wasserinsekten wird zudem durch den Fischbesatz verhindert.

Bachlauf: ja oder nein?
Ein künstlich angelegter Bachlauf kann gleich mehrere Probleme verursachen. Im Sommer erwärmt sich das Wasser im Bachlauf, auch das Gartenteichwasser heizt sich auf. Die Folge: Es kommt zum Sauerstoffmangel im gesamten System. Zudem führt die vergrößerte Wasseroberfläche zu einem gesteigerten Nährstoffeintrag, sodass Algen zu einem Problem werden könnten. Auch die technische Umsetzung könnte sich als schwierig herausstellen. Denn eine geeignete Pumpvorrichtung darf die sensiblen Kleinstlebewesen im Teich nicht gefährden.

Artenschutz wird großgeschrieben
Wenn Sie einen naturnahen Gartenteich anlegen, leisten Sie einen aktiven Beitrag zum Tier- und Artenschutz. Achten Sie darauf, das möglichst wenig Eingriffe von außen stattfinden, sodass sich Flora und Fauna ungstört entwickeln können. Beachten Sie diese wichtige Grundregel, werden Sie bald Besuch vieler einheimischer Tiere bekommen. Insekten, Lurche, Libellen, Frösche und andere Tiere, die auf das Wasser angewiesen sind, finden hier nicht nur einen natürlichen Lebensraum, sondern vollbringen gleichzeitig Höchstleistungen in der ökologischen Schädlingsbekämpfung. Ein naturnah gestalteter Gartenteich wird somit zu einem Rückzugsort auch für bedrohte heimische Arten.