Nebenkostenabrechnung verstehen: Gar nicht so schwer wie man glaubt!

Um die Nebenkostenabrechnung zu verstehen, sollten Sie wissen, welche Kosten der Vermieter auf Sie als Mieter umlegen darf. Auch sollte der Umlageschlüssel nachvollziehbar sein. Außerdem sollte Ihr Vermieter die Frist zur Erstellung der Nebenkostenabrechnung einhalten.


Wie soll man die Nebenkostenabrechnung verstehen? Das fragen sich viele Mieter, wenn sie die jährliche Nebenkostenabrechnung ihres Vermieters in den Händen halten. Doch bevor man in Panik ausbricht, lohnt es sich, die Abrechnung in Ruhe durchzugehen. Wichtig ist auch der Blick in den Mietvertrag.

Welche Vereinbarung wurde im Mietvertrag getroffen?

  • Wurde ein pauschaler Festpreis vereinbart? In diesem Fall erhalten Sie keine jährliche Abrechnung, da der Pauschalbetrag sämtliche Nebenkosten abdeckt. Das Problem hier: Sollten Sie tatsächlich weniger verbrauchen, erhalten Sie kein Geld zurück. Sie müssen jedoch auch keine Nachzahlung leisten.  
  • Anders verhält es sich bei monatlichen Vorauszahlungen. Hier ist der Vermieter verpflichtet, nach Ablauf des Abrechnungsjahres eine Abrechnung zu erstellen. In dieser sind die einzelnen Posten genau aufzuschlüsseln und sie muss nachvollziehbar sein.

Welche Kosten dürfen auf Mieter umgelegt werden?

  • Der Vermieter darf die Betriebskosten, die ihm laufend durch den Gebrauch des Hauses entstehen, auf Sie als Mieter anteilsmäßig umlegen. Hierunter fallen auch Kosten, die mit der Nutzung der Anlagen, wie Heizung und Wasser, zusammenhängen.
  • Im Einzelnen handelt es sich um folgende Kosten: Grundsteuer, Warmwasserversorgung, Wasser- und Abwassergebühren, Müllgebühren, Heizung, Aufzug, Straßenreinigung, Hausreinigung und Ungezieferbekämpfung, Gartenpflege.
  • Des Weiteren fließen die Kosten für Allgemeinbeleuchtung, Schornsteinreinigung, Sach- und Haftpflichtversicherung, Hauswart, Gemeinschaftsantenne, Verteileranlage für das Breitbandkabelnetz und Gemeinschaftswaschmaschine mit ein. Weitere Erklärungen finden Sie unter http://www.nebenkostenabrechnung.com/umlegbare-nebenkosten/.

Ist der Umlageschlüssel in der Nebenkostenabrechnung zu verstehen?

  • Wie immer steckt der Teufel im Detail, denn bei der Umlage der Nebenkosten entstehen die meisten Fehler. Hier gibt es folgende Arten: Wohnfläche, Personenzahl, Wohneinheit und Verbrauch.
  • Eine Umlage nach Verbrauch ist, soweit Erfassungssysteme vorhanden, bei Heiz- und Wasserkosten üblich. Nach Wohneinheit werden Kosten beispielsweise für die Gemeinschaftsantenne umgelegt.
  • Der Umlageschlüssel Personenzahl ist geeignet für Kostenfaktoren wie Abwasser, Aufzug oder Müllgebühren, da diese Kosten höher sind, je mehr Personen im Haushalt leben. Kosten wie Sach- und Haftpflichtversicherung sollten nach Wohnfläche abgerechnet werden. 
  • Bitte vergleichen Sie die vorliegenden Jahresabrechnungen miteinander, insbesondere bezüglich der Umlageschlüssel. Sollten hier Abweichungen auftreten, bitten Sie Ihren Vermieter um Aufklärung.

Ist die Jahresfrist eingehalten?

  • Der Vermieter ist verpflichtet, innerhalb eines Jahres nach Ablauf des Abrechnungszeitraums die Nebenkostenabrechnung zu erstellen. Geht der Abrechnungszeitraum vom 01. Juli 2011 bis zum 30. Juni 2012, hat der Vermieter bis zum 30. Juni 2013 Zeit, die Nebenkostenabrechnung zu erstellen.
  • Sollte der Vermieter diese Frist übersehen, brauchen Sie eine eventuelle Nachzahlung nicht mehr zu leisten. Ihr Anspruch auf Auszahlung eines bestehenden Guthabens bleibt jedoch bestehen!
  • Wenn Sie die vorausgegangenen Punkte in Ruhe durchgehen, ist es letztlich gar nicht so schwer, die Nebenkostenabrechnung zu verstehen. Sollten Ihnen Abweichungen aufgefallen sein oder sollten Sie weitere Fragen haben, bietet der Deutsche Mieterbund unter http://www.mieterbund.de/ Hilfe zum Thema.