Negative Kalorien - Diäthilfe oder Mythos?

Negative Kalorien nennt man im Volksmund meistens Lebensmittel, deren Verarbeitung mehr Energie benötigt, als die Lebensmittel selber enthalten.


Kalorien bezeichnen eine physikalische Einheit mit deren Hilfe Energie angegeben werden kann. Laut aller physikalischen Gesetze kann Energie nur in positiver, nie in negativer Form auftreten. Negative Kalorien sind also rein wissenschaftlich betrachtet ein Widerspruch. Spricht man von negativen Kalorien, so meint man im Volksmund meistens Lebensmittel, deren Verarbeitung mehr Energie benötigt, als die Lebensmittel selber enthalten.
Betrachtet man diesen Aspekt wissenschaftlich, so ist es laut jeglicher physikalischer Gesetze unmöglich, dass ein Lebensmittel zum Abbau sowie der Verarbeitung mehr Kalorien verbrauchen kann, als es selbst beinhaltet. Bei beiden Betrachtungsweisen kommt man zu dem Fazit, das negative Kalorien nicht existent sind.

Diätstrategie: Negative Kalorien
Entstanden ist dieser Mythos vor einigen Jahren und diente vor allem Werbezwecken und innovativen, modernen Diätplänen, die sich auf den Konsum von negativen Kalorien stützen. Es liegen keinerlei wissenschaftliche Erkenntnisse vor, die die Existenz von negativen Kalorien beziehungsweise Lebensmitteln die mehr Energie verbrauchen als zuführen, vor. Es wäre auch zu schön, wenn es Speisen gebe, die man ohne jegliche Gewichtszunahme, im Gegenteil sogar mit Gewichtsverlust, in unbegrenzten Mengen konsumieren könnte.

Lebensmittel mit negativen Kalorien
Negative Kalorien werden vor allem Obst sowie Gemüse zugeschrieben. Äpfel, Spargel oder Birnen verbrauchen angeblich mehr Kalorien als sie selbst enthalten. Wie bereits erwähnt, ist dem jedoch nicht so. Der verstärkte Konsum dieser Produkte kann lediglich vom Konsum kalorienhaltiger Lebensmittel abhalten und somit einen Gewicht reduzierenden Effekt besitzen, der in erster Line nicht auf das Obst beziehungsweise Gemüse zurückzuführen ist. Im Allgemeinen werden vor allem fettarmen Produkten negative Kalorien zugeschrieben. Das diese zu einem Gewichtsverlust führen ist kein Geheimnis. Negative Kalorien haben hier jedoch keine Beteiligung.

Standardbeispiel: kaltes Wasser
Ein beliebtes Beispiel, welches zum Beweis von negativen Kalorien genutzt wird, ist der Konsum von kaltem Wasser. Dieses Wasser, das eine geringere Temperatur als die Körpertemperatur besitzt, muss im Körper erwärmt werden. Diese körperliche Aktivität verbraucht eine hohe Menge an Kalorien. Fakt ist jedoch, dass der Körper täglich eine bestimmte Menge an Wärme abgibt. Beim Konsum von kaltem Wasser wird diese nicht an die Umwelt, sondern in das Körperinnere abgegeben, sodass kein zusätzlicher Energieverbrauch entsteht, da die Wärmeabgabe unabhängig zum kalten Wasser verläuft.