Netzsperre aufheben: So kann es gehen

Die Netzsperre aufzuheben von Mobilfunkgeräten und mobilen Datengeräten ist legal nur gegen Zahlung einer hohen Gebühr möglich.


Eine Netzsperre aufzuheben kann kostspielig werden. Die Deutsche Telekom und Vodafone rüsten sogenannte Vertragshandys mit einer Netzsperre aus. Dann können bei diesen Telefongesellschaften erworbene Mobilfunkgeräte nur mit SIM-Karten dieser Gesellschaften betrieben werden.

Das Netzsperre aufheben kann teuer werden!

  • Sinn solcher Netzsperren ist es, die Kundentreue zu erzwingen. In der Vergangenheit war dies bereits bei Prepaid-Handys bekannt, die durch einen SIM-Lock zumindest für zwei Jahre nach dem Erwerb gesperrt wurden. Auch bei der Deutschen Telekom und Vodafone greifen solche Netzsperren zumindest während der Vertragslaufzeit – meist 24 Monate.
  • Hintergrund ist der Umstand, dass die eigentlich sehr teuren Mobilfunkgeräte bei Discounter-Ketten für eine kleine Anerkennungsgebühr vertrieben werden. Da ist es nahe liegend, die mit dem Discounter-Gerät erworbene SIM-Karte, in einem Gerät, etwa von der Deutschen Telekom zu nutzen. Bei den Discountern ist mobil telefonieren selbst bei einer Grundgebühr wesentlich günstiger als beim ehemaligen Monopolisten. Und der hat keinen Grund, seine Mitbewerber zu füttern. Netzsperren gibt es übrigens auch für iPhones – also mobile Datengeräte.

Roaming-Gebühren können nicht mehr umgangen werden

  • Solch eine Netzsperre kann vor allem im Ausland durch sogenanntes Roaming teuer werden. Alle Telefongesellschaften fordern für das Weiterleiten von Gesprächen und SMS im Ausland besondere Gebühren – sehr zum Ärgernis der EU-Kommission, die solche Sondergebühren am liebsten ganz abschaffen möchte. Wer häufiger in das Ausland reist, umgeht normalerweise solche Sonderkosten durch den Erwerb einer Vorbezahlten SIM-Karte einer heimischen Gesellschaft. Dann kann man zumindest im Lande zu lokalen Gebühren telefonieren und sich von Deutschland aus per Call-by-Call anrufen lassen.
  • Die Netzsperre aufheben ist gegen Zahlung einer hohen Gebühr – bei der Telekom 99 Euro – auch während der Vertragslaufzeit möglich. In bestimmten Fällen mag sich ein solcher Preis lohnen. Mit dem Internet und dem mobilen Telefonieren wohl vertraute Zeitgenossen – also Hacker - aber haben Wege gefunden, um zumindest bei iPhone-Geräten die Netzsperre aufheben zu können.

Ein solches vertragswidriges Verhalten ist rechtlich nicht unbedenklich

  • Wer auf diese Weise den SIM-Lock entfernt, um die Netzsperre aufheben zu können, handelt rechtlich nicht unbedenklich. Es ist vertragswidrig und auch strafrechtlich bedenklich. Sollte der Telefonanbieter es erfahren, wird er mit Sicherheit Schadenersatz fordern und unter Umständen auch Strafanzeige wegen Betrugs erstatten.
  • Überdies wird er für das Gerät den Vertrag aus wichtigem Grund außerordentlich kündigen. Einen neuen Vertrag wird der Telefonnutzer bei diesem Anbieter dann wohl kaum bekommen. Jeder muss selbst entscheiden, ob er sich auf ein solches Abenteuer einlassen will und die Folgen bedenken.