NiCd Akku mit Lötfahne

Der NiCd Akku mit Lötfahne ist obwohl er seit über 100 Jahren im Einsatz ist immer noch gebräuchlich und häufig in schnurlosen Elektrogeräten zu finden, trotz eines EU-Verbots.


Ein NiCd Akku mit Lötfahne ist ein Akkumulator mit einer Nickel und einer Cadmium Elektrode und gehört zu den alkalischen Batteriesystemen. Als Elektrolyt wird eine 20-prozentige Kaliumhydroxid- Lösung verwendet. NiCd Akkus haben eine nominale Spannung von 1,2 Volt. Er unterscheidet sich von handelsüblichen NiCd Akkus dadurch das er nicht wechselbar in ein Batteriefach geklemmt wird sondern mit Hilfe der Lötfahnen direkt in das Elektrogerät eingelötet wird. Dadurch das der Akku nicht zum Aufladen herausgenommen werden kann muß das Elektrogerät selbst das Aufladen der Akkus übernehmen. Meistens haben NiCd Akku mit Lötfahne die selben Baugrößen wie handelsübliche NiCd Akkus.

Vorteile von NiCd Akku mit Lötfahne

  • Im Gegensatz zu NiMH- und Lithium-basierten Akkus zeichnen sich NiCd-Zellen vor allem durch eine bessere Robustheit gegen Tiefentladung und Überladung aus. Deswegen können in Serie geschalteten NiCd-Akkumulatoren ein einheitlicher Ladezustand erreichen, indem diese gezielt mit geringem Strom überladen werden. Zellen mit einem hohen Ladestand wandeln die zugeführte Energie bei hinreichend niedrigen Strömen in Wärme um, ohne dabei irreversible Schäden zu erleiden.
  • Dieses Verfahren ist bei allen anderen Akkus nicht oder nur eingeschränkt möglich, sodass es hier wesentlich häufiger zu Schäden durch ungleichmäßigen Ladezustand der Zellen (und daraus folgende Tiefentladung oder Überladung) kommt. Weiterhin besitzen NiCd-Zellen günstige Eigenschaften beim Einsatz bei niedriger Umgebungstemperatur. Sogar bei minus 40 Grad verfügen sie immer noch über 50 Prozent ihrer Kapazität.
  • Haupteinsatzgebiet für den NiCd Akku mit Lötfahne sind deswegen diverse schnurlose Haushaltsgeräte. Da NiCd Akkus in einem sehr breiten Temperaturspektrum einsatzbereit sind und keine Volumenausdehnung während dem Laden oder Entladen aufweisen waren diese sehr beliebt in der Unterhaltungselektronik, im Modellsport und Outdoorbereich.

EU-Verbot

  • Obwohl NiCd Akkus schon seit Thomas Edisons Zeiten verwendet werden, wurden diese immer noch nicht durch neuere Technologien verdrängt. Da Cadmium ein giftiges Schwermetall ist, hatte der EU- Ministerrat den Einsatz von NiCd Akkus ab 2004 verboten.
  • Da es aber bis jetzt kaum ähnliche Akkutechnologien gibt die den NiCd Akku ersetzen könnten, gibt es eine Ausnahme für den NiCd Akku mit Lötfahne wenn er in schnurlosen Elektrogeräten eingebaut ist. Durch das EU Verbot wurde der NiCd-Akku Großteils von Nickel-Metallhydrid-Akkus und Ähnlichen verdrängt.