Lungenkrebs ist die am dritthäufigsten auftretende Krebsart in Deutschland. Jährlich erkranken etwa 32.500 Deutsche an einem Lungen- oder Bronchialkarzinom. Die Diagnose wird durchschnittlich im Alter von 68 Jahren gestellt. Trotz aller Therapiemöglichkeiten sterben 20 bis 50 Prozent aller Patienten innerhalb von fünf Jahren nach Diagnosestellung. Lungenkrebses ist damit als tödliche Krankheit einzustufen.
Rauchen erhöht das Risiko
Bösartige Lungentumore entstehen in erster Linie in den Atemwegen (Bronchien). 90 Prozent der an Lungenkrebs erkrankten Männer und 60 Porzent der Frauen sind längere Zeit Raucher gewesen. Damit stellt der Tabakkonsum mit Abstand das größte Lungenkrebs-Risiko dar. Je nach Dauer und Intensität des Zigarettenkonsums steigt das Risiko, an Lungenkrebs zu erkranken, um das 20-30 fache im Vergleich zu einem Nichtraucher. Zu den weiteren Risikofaktoren zählt beruflich bedingte Staubbelastung, vor allem durch Asbeststaub, Arsen, Nickel und Chrom.
Am Anfang nur geringe Beschwerden
Im Frühstadium verursacht ein Lungenkarzinom oft keine oder nur geringe Beschwerden. Daher werden die Tumore oft nur per Zufall entdeckt. Zu den Symptomen im Frühstadium gehört über Wochen anhaltender Husten, oft mit Auswurf oder Blutbeimengung. Auch Symptome wie Atemnot, Fieberschübe, Gewichtsverlust oder allgemeine Mattigkeit treten auf. Diese Symptome sind leider so vieldeutig, das häufig zunächst eine Fehldiagnose, etwa auf chronische Bronchitis, gestellt wird.
Je nach Erscheinungsbild des erkrankten Gewebes lassen sich vier Formen von Bronchialkarzinomen unterscheiden:
- Plattenepithelkarzinome
gehen von den Schleimhautdeckzellen aus.
- Adenokarzinome
stammen von drüsenartigen Zellen ab. Zusammen mit den Plattenepithelkarzinome stellen sie die häufigste Gruppe dar.
-Kleinzellige Karzinome
machen nur rund 20 Prozent der Tumoren aus
- Großzellige Karzinome
und seltene Unterformen machen 10 Prozent der Tumore aus.
Kleinzellige Karzinome
Für die Behandlung wird nur zwischen nicht-kleinzelligen und kleinzelligen Bronchialkarzinomen unterschieden. Vor allem die kleinzelligen Karzinome streuen schnell und bilden schon nach kurzer Zeit Metastasen in anderen Organen. Leber und Gehirn werden am häufigsten befallen. Bei kleinzelligen Karzinomen erfolgt in der Regel sofort eine Chemotherapie. Die Rückfallrate ist allerdings hoch. Die Überlebensdauer eines an kleinzelligem Lungenkrebs erkrankten Patienten liegt im Schnitt nur zwischen vier und zwölf Monaten.
Grozellige Karzinome
Nicht kleinzellige Karzionome sind meist örtlich, es kommt seltener zu Metastasenbildung. Hat der Tumor nicht gestreut und erlaubt es der Gesundheitszustand des Patienten, wird eine operative Entfernung des Geschwürs versucht. Dabei wird der befallene Lungenlappen entfernt. Bei großen Tumoren, die im Bereich des Hauptbronchus liegen, kommt in einigen Fällen auch die Entfernung eines gesamten Lungenflügels in Betracht. Eine insgesamt wenig geschädigte Lunge kann die Entfernung von Lungengewebe meist ausgleichen, in dem sie sich etwas ausdehnt, so dass keine starke Atembehinderung erfolgt. Bei einer vorgeschädigten Lunge – und das ist leider bei vier von fünf Patienten der Fall – stellt oft schon die Narkose ein so großes Risiko dar, dass nicht operiert werden kann. Auch nach einer erfolgreichen Operation müssen sich die meisten Patienten einer Chemotherapie unterziehen.
Effektiv vorbeugen
Lungenkrebs kann effektiv vorgebeugt werden, in dem Risikofaktoren – vor allem eigener oder passiver Tabakkonsum – konsequent vermieden werden. Auch die Ernährung spielte eine Rolle, der ausreichende Verzehr von Obst kann offensichtlich vor Lungenkrebs schützen. Diese Schutzwirkung, so zeigen Tests, lässt sich nicht durch Vitamintabletten oder andere Nahrungsergänzungsmittel ersetzen.