Niedrigenergiehäuser - was macht sie so besonders?

Niedrigenergiehäuser verzichten meist auf Erdgas und Heizöl, da sie Wert auf eine wirkungsvolle Wärmedämmung und Heizung legen.


Gerade seit die Energiekosten explodieren, werden Niedrigenergiehäuser immer beliebter. Hier kommen neue Energiekonzepte zum Einsatz, welche die Kosten für Heizung enorm senken. Vorteilhaft ist dabei auch die staatliche Förderung. Für Neubauten ist diese Bauweise inzwischen zum Standard geworden.

Wärmedämmung
Die Wärmedämmung ist der Schlüssel für den Bau der Niedrigenergiehäuser. Hier wird Wert auf die beste Dämmung der Außenwände und des Dachs gelegt. Auch die Isolierung der Fenster und Türen gehören dazu, so dass nur sehr wenig Wärme nach außen gelangt. Bereits bei der Planung werden sogenannte Wärmebrücken verhindert. Als Wärmebrücken werden Bereiche im Gebäude bezeichnet, welche die Wärme nach außen dringen lassen, und dies schneller als bei anderen Bauteilen. Wärmebrücken sind oft bei Balkonen, Deckenanschlüssen, Mauersohlen, Ecken im Haus, auskragenden Stahlträgern, Fensterrahmen und -stürzen, Rollladenkästen, Heizkörpernischen und -befestigungen im Mauerwerk und ungedämmten Stahlbetonbauteilen zu finden. Mit einem speziellen Blower-Door-Test kann die Effizienz der Luftdichtheit in einem Niedrigenergiehaus gemessen werden. Dabei wird in das Hausinnere Luft gepumpt, welche anschließend durch die undichten Stellen entweicht. Nach der Auswertung der Testdaten können so Wärmebrücken aufgespürt werden. Diese lassen sich anschließend beseitigen.

Alternative Energien
Wer auf Heizöl und Erdgas bei der Wärmeerzeugung verzichtet möchte, kann sich mit neuen Energiekonzepten beschäftigen, die Niedrigenergiehäuser noch sparsamer machen. Eine Möglichkeit hierfür bietet die Solarthermie, bei der Solaranlagen auf dem Dach angebracht werden. Diese liefern Wärme für das Duschen, Baden, Putzen und für die Heizung. Zusätzlich können auch Wärmepumpen zum Einsatz kommen, welche Wärme aus der Umgebung zur Erwärmung benutzt. So wie der Kühlschrank seinem Inneren Wärme entzieht und nach außen abgibt, funktioniert die Wärmepumpe, indem sie Wärme aus dem Außenbereich des Hauses in sein Inneres leitet. Hierdurch werden ungefähr 75 Prozent an kostenloser Umweltenergie und 25 Prozent von der Antriebsenergie der Wärmepumpe erzeugt. Diese Wärme kann sowohl für den Warmwasserverbrauch, als auch für die Heizungsanlage benutzt werden. Somit schützt man mit dieser Energiegewinnung nicht nur den Geldbeutel, sondern auch die Umwelt.

Ersparnis
Der Bedarf an Heizwärme liegt bei einem normalen Gebäude, je nach seiner Wärmedämmung bei 80 bis 300 Kilowattstunden pro Quadratmeter und Jahr. Niedrigenergiehäuser hingegen benötigen nur 40 bis 79 Kilowattstunden pro Quadratmeter und Jahr. Als Alternativen gibt es noch das Drei-Liter-Haus, diese verbraucht 16 bis 39 Kilowattstunden pro Quadratmeter und Jahr, das Passivenergiehaus, welches höchstens 15 Kilowattstunden pro Quadratmeter und Jahr verbraucht oder das Nullenergiehaus, auch Energiegewinnhaus genannt, welches keinen Verbrauch hat, sondern eher einen Überschuss liefert.