Nomadentochter von Waris Dirie: Buchkritik

„Nomadentochter“: Die Fortsetzung der Lebensgeschichte von Waris Dirie, einer Frau die aus ihrer Heimat flüchten musste und sich nun im Kampf gegen die Genitalverstümmelung bei Frauen einsetzt.


Mit „Nomadentochter“ erreicht Waris Dirie wieder einmal unsere Herzen und gibt uns einen Einblick in ihr Leben. Sie zeigt uns, dass sie trotz aller Widerstände nie die Hoffnung verliert.

Inhalt
Scheinbar hat Waris alles erreicht was man sich wünschen kann: als UNO-Sonderbotschafterin hat sie die Chance auf vielen Veranstaltungen über Genitalverstümmelung bei Frauen zu reden und dieses Thema publik zu machen. Sie hat eine Kariere als Model hinter sich und einen kleinen süßen Sohn namens Aleeke mit ihrem geliebten Mann. Doch wie so oft im Leben, ist nicht alles immer so wie es zu sein scheint – in der Ehe kriselt es schon lange und Waris vermisst ihre Familie von Tag zu Tage mehr. So beschließt sie, nach Somalia zu fliegen, was nicht so leicht ist, da dort gerade eine Bürgerkrieg herrscht. Nach der endgültigen Trennung von ihrem Mann, reist sie kurzerhand zu ihren Bruder nach Amsterdam. Gemeinsam mit ihm, macht sie sich auf den beschwerlichen Weg zu ihrer Familie. Ihren Sohn lässt sie in Amsterdam, bei der Frau ihres Bruders. Auf ihrer Reise gewinnt Waris einen ersten Eindruck von ihrer Heimat und sie sieht, wie die Menschen auf der Straße verhungern und wie sehr die Städte durch die immer wieder kehrenden Bürgerkriege verwüstet wurden. Endlich trifft sie auf ihre Mutter. Sie erfährt, dass ihr Vater schwer krank ist und merkt, dass ihre Familie Hilfe braucht. Vor allem, was die medizinische Versorgung angeht. Die gebildeten Frauen Somalias sind stolz auf Waris, aber das Thema Genitalverstümmelung ist immer noch ein Tabu. Die westliche Welt hat sie verändert und sie beschließt ihrem Volk zu helfen und mit ihrem Sohn zurückzukehren, um ihm ihre Heimat und ihre Familie zu zeigen.

Kritik am Roman „Nomadentochter“
Die Geschichte „Nomadentochter“ spielt nach dem Bestseller Roman „Wüstenblume“. Waris schreibt in einer unglaublich ehrlichen und offenen Art – wie schon im ersten Buch. Viele Szenen treten bereits zum zweiten Mal auf, was oft kritisiert wird, doch „Nomadentochter“ ist kein Buch, das den Leser vorrangig amüsieren will oder einen bis zur Vollendung perfektionierten Handlungsstrang kreieren möchte. Es ist, was es ist, und zwar die Lebensgeschichte von Waris Dirie. Man erfährt in diesem Buch sehr viel mehr über ihre Heimat Somalia. Man erkennt in diesem Buch, wie sehr Waris, trotz alledem was ihr angetan wurde, ihr Land und ihre Familie liebt. „Nomadentochter“ ist genau so ein Meisterwerk der heutigen Zeit, wie der Vorgänger.