Norbert Bisky: Ein Künstlerportrait

Die grellen, wilden Farben in der Malerei von Norbert Bisky sind nicht unbedingt ein Zeichen von Fröhlichkeit.


Norbert Bisky, geboren 1970 in Leipzig, aufgewachsen in der DDR ist der Schöpfer einer bunten, jungen, wilden Welt. Seine Bilder springen dem Betrachter in kräftigen Farben entgegen. Sie gewähren Einblicke ins dynamisch bewegte Umfeld junger Protagonisten. Die dargestellten Figuren, entweder in Gruppen oder auch einzeln en Detail, verkörpern auf den ersten Blick ein kraftvoll, jugendliches Ideal. Der Betrachter muss sich dem Bild konzentriert widmen, um die eigentliche Szene und den Inhalt zu erfassen und aus den wilden, bewegten Farbflächen zu lösen. Nicht immer erklärt sich das Geschehen sofort und manchmal sieht man sich irritierenden, auch brutalen Inhalten, gegenüber, die letztendlich die kräftigen Farben an Schockeffekt noch übertreffen.

Farben, die weh tun
Norbert Bisky hat an der Universität der Künste in Berlin bei Georg Baselitz Malerei studiert und mit seinen großformatigen Ölbildern einen Nerv der Zeit getroffen. Mittlerweile rangiert er am Kunstmarkt weit oben. Seine Bildsprache lässt sich einerseits aus dem sozialistischen Realismus ableiten, mehr noch stellen seine heroischen Männerkörper und die dynamischen Farbflächen in ihrer Üppigkeit auch einen Bezug zum Barock her. Man denke an die Gemälde von Francesco Goya und Jusepe di Ribera, die Norbert Bisky während eines Studienjahres in Madrid ausgiebig betrachten konnte. Durch die grelle Buntheit seiner Bilder wird unsere werbegewohnte Wahrnehmung noch einmal gefordert. Die Vertrautheit von Comic-Sequenzen hilft uns ins Bild, wo man unvermutet auch auf vertraute Motive wie Fachwerkhäuser stößt.

Der Oberfläche ist nicht zu trauen
Hat man einige Bilder von Norbert Bisky genau betrachtet, so entwickelt sich doch so etwas wie Unbehagen und man begegnet dem nächsten Bild mit Vorsicht, um nicht wieder von unerwartet grausamen Szenen überrumpelt zu werden. Norbert Bisky zwingt den Betrachter seiner Bilder, genau hinzusehen. Wirkt eine Szenen dennoch einmal harmlos, so stellt sich Misstrauen ein. Unter der Oberfläche, auch wenn sie bunt ist, verbirgt sich oftmals Schauerliches oder zumindest Verwirrendes, das sich nicht immer selbst erklärt.

Die Schwere des Lebens
In den letzten Jahren halten jedoch Farbe und Inhalt mehr und mehr mit einander Schritt. In den jüngeren Bildern dominiert des öfteren ein schwarzer Himmel das Szenario. Der Tod hat als Thema in die Bilder von Norbert Bisky Einzug gehalten und gibt den Gemälden einen dunklen Hintergrund. Das Werk wirkt nun gereift und in sich selbst ruhend.

Internationale Anerkennung
Die Bilder Norbert Biskys sind mittlerweile heiß begehrt. Zahlreiche Ausstellungen im In- und Ausland bezeugen dies. Seine Bilder haben Aufnahme in die Sammlungen des Museums der Bildenden Künste Leipzig, des New Yorker Museums of Modern Art, des Museums Ludwig Köln und des koreanische Nationalmuseums gefunden. Wolfgang Joop und Guido Westerwelle zählen unter anderen zu seinen Sammlern.