Nordseeradweg: Norddeutschland mit dem Rad erkunden

Den Nordseeradweg zu befahren, heißt durch weite, grüne Landschaften zu fahren, klare Luft zu schnuppern und ganz nah an norddeutscher Kultur zu sein.


Wenn die Tage wieder länger werden und die Temperaturen auf dem Thermometer langsam nach oben steigen, wissen wir, dass der Frühling naht. Mit der dann stärker werdenden Sonne zieht es jedermann nach draußen in die Natur, ins Freie, um bei ausgiebigen Fahrradtouren den Kopf frei zu bekommen und um unsere vielfältige Heimat besser kennenzulernen. Dieses Jahr hat es uns der wunderschöne Nordseeradweg in Deutschland angetan.

 

Wichtige Fakten über den Nordseeradweg

Der Nordseeradweg oder auch North Sea Cycle Route genannt, ist ein internationaler und ausgeschilderter Radfernweg. Entlang der Nordseeküste führt er durch sechs Staaten: die Niederlande, Deutschland, Dänemark, Schweden, Norwegen, Großbritannien und Nordirland und hat außerdem eine imposante Länge von etwa 6.000 Kilometern. Orientieren kann man sich auf dem Weg an Hand des Logos des Nordseeküstenradweges, welches ein dunkelblaues Fahrrad auf hellblauem Grund ist. Bei dem Radweg, der am 5. Mai 2001 eröffnet wurde, handelt es sich außerdem um ein Projekt des Europäischen Radfahrer-Verbandes.

Der deutsche Teil vom Nordseeradweg

Dieser Abschnitt ist etwas über 900 Kilometer lang und führt vor allem durch flache Landstriche, am Wattenmeer von der Nordsee entlang. An der niederländischen Grenze bei Bunde, welches im ostfriesischen Landkreis Leer liegt, beginnt die deutsche Wegstrecke und führt zunächst an der nordwestlichsten Stadt auf dem deutschen Festland vorbei. Gemeint ist damit die Stadt Norden, welche sich auch als eine der ältesten Städte Ostfrieslands rühmen kann. Weiter auf der Route, ob nun außen oder innen am Deich entlangradelnd, erreicht man das nächste Ziel: die Stadt Jever, bekannt durch die seit 1848 gebraute und gleichnamige Biermarke. Eins mit der malerischen Landschaft und immer mit einem Auge den jagenden Möwen auf dem Meer zuschauend, erreicht man am südwestlichen Jadebusen den Kurort Dangast. Da diese Stadt auf einem flutgeschützten Geestrücken liegt, kann sie einen „deichlosen Meeresblick“ zu einer ihrer wichtigsten Hauptattraktionen zählen. Über die Weser auf dem Nordseeradweg in Bremerhaven, der einzigen großstädtischen Exklave Deutschlands und der „Stadt der Wissenschaft“ angekommen zieht es einen nach kurzer Zeit schon wieder weiter, Richtung Norden.

 

Nach Hamburg und immer weiter

Mit einer frischen Brise als Rückenwind durch idyllische Dörfer gefahren, wird man von tutenden Containerschiffen auf der Elbe, von der Hansestadt Hamburg begrüßt. In der Großstadtmetropole ausgeruht, möchte man aber schnell wieder die Weite und Stille der grünen Landschaften genießen und begibt sich entlang der Elbe fahrend weiter auf dem Nordseeradweg in Richtung Glückstadt. Unbedingt sollte man hier in dieser Gemeinde einen kurzen Halt einlegen und eines der traditionsreichen Matjes-Produkte probieren, wofür der Ort so bekannt ist. Gut gestärkt folgt man nun nach der Überquerung des Nord-Ostsee-Kanals dem Nordseeradweg weiter. Durch die Region Dithmarschen fahrend, ist man ganz nah an der Natur, unzählige Kühe und Schafe säumen den Weg und die nahen Strände laden zum kurzen Verweilen und Abkühlen ein. Am größten deutschen Küstenschutzbauwerk, dem Eidersperrwerk vorbeigefahren, ist es nicht mehr weit bis zur dänischen Grenze und damit auch bis zu dem Ende des deutschen Nordseeradweges. Die letzte deutsche Stadt auf der langen Route ist Husum, die Heimatstadt des deutschen Schriftstellers Theodor Storm der zu Ehren seiner geliebten Heimatstadt im Jahre 1852 das berühmte Gedicht „Die Stadt“ verfasste.