Notargebühren - So werden sie berechnet

Ein Leitfaden, nach welchen Kriterien die Notargebühren berechnet werden und was nicht in die Berechnung einfließen darf.


Es gibt Dinge im Leben, die können nur von einem Notar geregelt werden, da das Gesetz es so vorschreibt. Oftmals scheut man sich jedoch davor, einen Notar einzuschalten, weil man sich der Notargebühren unsicher ist. Die Notarkosten sind jedoch gesetzlich geregelt und können nicht von Notar zu Notar unterschiedlich behandelt werden. Wie sich diese Notargebühren im Einzelnen aufschlüsseln und welche besonderen Regeln es dabei gibt, können Sie in den folgenden Abschnitten lesen.

Die gesetzliche Regelung zu den Notargebühren

  • Die Gebührenordnung, welche vom Gesetzgeber für alle notariellen Arbeiten einheitlich ist, besagt zunächst einmal, dass sich die Notarkosten ausschließlich nach der Bedeutung und dem Wert eines gewissen Geschäfts richten dürfen und nicht nach dem Arbeitsaufwand, die dem Notar im Folgenden entsteht.
  • Dies ist auch ein Grund, weshalb manche Rechtsanwälte, die eine notarielle Zulassung haben, sich scheuen, solche notariellen Tätigkeiten durchzuführen, denn hier können keine Stunden in Rechnung gestellt werden.
  • Die Gebühr richtet sich nach einer festen Gebührenstaffelung und schließt die Beratungsleistungen durch den Notar mit ein. Die Leistung umfasst auch die Ausfertigung von bestimmten Entwürfen sowie die eigentliche notarielle Beurkundung. Verschiedene Leistungen werden natürlich unterschiedlich gewertet und können in der Gebührenordnung mit eingesehen werden.

Die unterschiedlichen Gewichtungen der Notargebühren

  • Am Beispiel eines Immobilienkaufs lassen sich die Notargebühren wunderbar aufschlüsseln, welche in der Regel 1,5 Prozent des Geschäftswertes betragen. Angenommen, der Kaufpreis einer Immobilie beträgt 100.000 Euro mit einer Grundschuldeintragung von 80.000 Euro sowie einer Kaufabwicklung über ein notariell verwaltetes Konto, so fallen folgende Kosten an: Für die Abwicklung wird eine Notargebühr von 414 Euro erhoben. Die Beurkundungs - und Eintragungsgebühren betragen jeweils 177 Euro. Die Eintragungsgebühr beim Eigentümerwechsel kostet 207 Euro. Hinzu kommt eine Kaufvollzugsgebühr von 104 Euro. Das Treuhandkonto durch den Notar kostet 288 Euro und für die Eintragsbestätigung und Vollzugsgebühr werden jeweils 44 Euro fällig.Rechnet man auf diesen Betrag noch die Mehrwertsteuer von 203 Euro, kommt man auf einen Gesamtbetrag von 1658 Euro an Notargebühren.
  • Diese Gebühren sind in der Gebührenordnung für Notare festgeschrieben und auch einsehbar. Sie sind nicht verhandelbar, da es untersagt ist, einen anderen Notar in seinen Gebühren zu unterbieten. Es darf hier kein Wettbewerb erfolgen, da es sich um eine Dienstleistung für das Allgemeinwohl handelt.In dieser Preiskalkulation sind des Weiteren alle Gerichtskosten sowie die Gebühren des Grundbuchamtes bereits enthalten.