Nur mit Biosiegel ist es echt!

Mit der Bezeichnung "Bio" lässt sich viel Schindluder treiben. Wer sichergehen will, achtet darauf, ob das Produkt das Biosiegel trägt.


Nicht immer ist Bio drin, wo Bio drauf steht. Viele Lebensmittelhersteller sind auf den Trend Bio aufgesprungen und geben ihrem nach wie vor normalen Produkt einfach ein ökologisches Aussehen, damit es sich möglicherweise besser verkaufen lässt. Oder das Produkt enthält Bio-Zusätze, ist aber nicht von Grund auf biologisch hergestellt. Umschreibungen wie "aus kontrolliertem Anbau“ oder „von staatlichen anerkannten Bauernhöfen“ geben keine Garantie für die Unbelastetheit des Produktes. Garantiert ökologisch kauft aber der ein, der auf die bekannten Biosiegel auf der Verpackung achtet.

Garantierte Merkmale eines Bio-Produkts und Kennzeichnung

  • Bio-Produkte sind in der Produktion stets strenge Kontrollen unterworfen. Sie beinhalten weder Geschmacksverstärker noch künstliche Aromen oder Farbstoffe. Des Weiteren wird bei der Herstellung von Bio-Fleisch garantiert, dass die Tiere nicht mit genveränderten Futtermitteln gefüttert werden. Was vor allem Tierliebhaber und Menschen mit besonders starkem Gerechtigkeitsempfinden an Bio-Fleisch reizt, ist die Tatsache, dass die Tiere artgerecht gehalten werden. Es wird allgemein bei der Erzeugung von Bio-Produkten sowohl auf chemische Pflanzenschutzmittel und Wachstumsförderer verzichtet als auch auf synthetische Düngemittel.
  • Nur mit dem Biosiegel ist staatlich versichert, dass das jeweilige Produkt ganz und gar aus ökologischem Anbau stammt. Nur Lebensmittel, die die ökologische Verordnung der EG erfüllen, bekommen eines der begehrten Biosiegel und dürfen sich mit dem geschützten Begriff „Bio“ oder „Öko“ schmücken. Zusätzlich sieht das Bio-Gesetz vor, dass sie mit einer Nummer der jeweiligen Prüfstelle versehen sind. Nur wenn diese auch zusätzlich zu einem Siegel vorhanden ist, kann man von einem authentischen Produkt ausgehen.

Das Biosiegel: Strenge Kontrollen und Finanzierung

  • Bio-Bauern verpflichten sich mit der Herstellung rein biologischer Produkte zu strengen Kontrollen, die kein Bauer sonst in diesem Umfang durchführen lassen muss. Geprüft wird hierbei nicht nur die fertige Ware, sondern jeder Produktionsschritt und alles, was auf dem Hof passiert. Über letzteres muss der Öko-Bauer genauestens Buch führen. Das heißt, er muss festhalten, wann welches Saatgut verwendet wurde, welches Futter und welche organischen Düngemittel zum Einsatz kamen. Auch hat er zu notieren, wann welches Tier verkauft wurde und woher und wann ein neues auf den Hof kam. Auch die Haltung, Fütterung, sowie die Gesundheit der Tiere muss genauestens festgehalten werden. Ein Mal im Jahr kommt außerdem ein Prüfer von amtlich zugelassenen privaten Prüfstellen, der den Hof unter die Lupe nimmt.
  • Alles in allem wird ein Bio-Hof sehr streng kontrolliert, wobei die Kosten für alle Prüfungen vom Landwirt selbst getragen werden müssen. Ist der Hof zusätzlich Mitglied in einem Anbauverband, der sich ebenfalls dem biologischen Anbau verschrieben hat, hat der Bauer sich hier an zusätzliche Richtlinien zu halten. Diese können teilweise noch strenger sein als die staatlichen. Hier liegt auch der Grund, weshalb manche Produkte zwei Biosiegel tragen. In Deutschland kann man verschiedene Biosiegel auf Produkten entdecken, die dem Verbraucher anzeigen, dass es sich dabei um ein Bio-Produkt handelt. Dazu gehören Bioland, Demeter, Biopark, Naturland, GÄA, Biokreis, Ökosiegel, ECOVIN und IFOAM.