Ökologisch renovieren für eine gesunde Wohnung

Bei einer Renovierung können durch neue Farbe an den Wänden, durch einen neuen Teppich oder durch Lackierungen gesundheitliche Problem hervorgerufen werden. Wenn Sie ökologisch renovieren möchten, sollten Sie daher die richtigen Materialien auswählen.


Das eigene Heim soll ein Rückzugsort, eine Oase des Friedens und der Entspannung sein. Leider sind viele Wohnräume mit Schadstoffen belastet. Teppiche, Tapeten oder Wandfarben verströmen unsichtbare Gase, die auf Dauer großen körperlichen Schaden anrichten können. Kopfschmerzen, Atemwegserkrankungen oder sogar Krebs können von den giftigen Inhaltstoffen verursacht werden. Besonders im Schlafzimmer sollte ein gesundes Klima herrschen, verbringt der Mensch doch immerhin ein Drittel seines Lebens in ihm. In der nächtlichen Ruhephase ist der Organismus auf Sparflamme eingestellt und kann daher eventuelle Schadstoffe schwerer abwehren. Zu den häufigsten Symptomen eines durch Giftstoffe belasteten Körpers zählen Einschlafstörungen oder Juckreiz.

Ökologische Produkte verwenden

  • Soll die Wohnung renoviert werden, muss beim Einkauf besonders auf umwelt- aber auch gesundheitsverträgliche Produkte geachtet werden. Gerade Allergiker oder sensible Menschen sind besonders aufgefordert, sich im Vorfeld zu informieren. 
  • Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) vergibt regelmäßig das Umweltsiegel „Blauer Engel“. Dieses Zeichen wird an besonders umweltfreundliche Produkte verliehen.
  • Wandfarben enthalten oft giftige Lösungsmittel, die beigemischt werden, um eine bessere Streichfähigkeit zu gewährleisten. Die mit dem „Blauen Engel“ ausgezeichneten Farben enthalten weniger als 0,07 Prozent der schädlichen Mittel. 
  • Eine Alternative sind Naturfarben, die aus Bienenwachs, hochwertigen Ölen und Farbpigmenten hergestellt werden. Die Farben sind aber sehr teuer. Weniger kostenintensive und biologische Farben sind solche auf Kasein- oder Silikatbasis.

Umweltfreundliche Lacke und Beizen

  • Auch Lacke und Beizen enthalten meist gesundheitsschädliche Weichmacher und Lösungsmittel. Alle Lackierarbeiten sollten daher im Freien ausgeführt werden. 
  • Umweltfreundliche und emissionsarme Lacke sind mit dem „Natureplus“-Siegel gekennzeichnet. Diese Produkte enthalten keine aromatischen Kohlenwasserstoffe oder synthetische Weichmacher, die für Kopfschmerzen oder Übelkeit verantwortlich sind. Naturharzlacke enthalten statt der synthetischen natürliche Lösungsmittel - die sogenannten Terpene.
  • Bei allen Lacken oder Beizen gilt: Das Produkt immer zuerst an einem kleinen Stück Holz testen und trocknen lassen. Verursacht es körperliche Beschwerden, sollten Sie lieber auf ein anderes Produkt zurückgreifen. 

Ökologisch renovieren: Tapeten und Teppiche

  • Tapeten, die mit dem „Blauen Engel“ ausgezeichnet wurden, sind meist aus Altpapier hergestellt und besonders atmungsaktiv.
  • Auch bei Teppichen sollte nicht nicht nur die Schönheit auschlaggebend sein. Neben dem Aussehen ist auch die Verarbeitung sehr wichtig. Teppiche mit Vlies- oder Textilrücken sind solchen mit einer Kunststoffrückseite vorzuziehen. Denn diese bröckeln leicht und geben so leichter die enthaltenen Schadstoffe an die Raumluft ab. 
  • In kleinen Wohnräumen bis zu 15 Quadratmetern sollte auf das Verkleben verzichtet werden. Das Befestigen mit doppelseitigem Klebeband oder biologischem Kleber reicht auch in großen Räumen vollkommen aus. 

Auf Öko-Siegel achten

  • Grundsätzlich sollte bei allen gekauften Produkten darauf geachtet werden, dass der „Blaue Engel“ oder das „Natureplus“-Siegel dafür verliehen wurde, denn nur diese Produkte sind umwelt- und gesundheitsfreundlich. 
  • Die Produkte sind aber nicht immer im örtlichen Baumarkt zu finden. Hier hilft die Broschüre des BUND „Umweltfreundlich bauen, gesund wohnen“, die eine Auflistung aller Produkte und Anbieter bereithält. 
  • Alle von Ihnen verwendeten Produkte sollten über eine vollständige Auflistung der Inhaltstoffe verfügen. Außerdem sollten beim Renovieren immer Atemschutzmasken getragen und Luftreiniger eingesetzt werden, um die Belastung für den Organismus gering zu halten.