Ökotourismus - bewusster reisen

Der Ökotourismus wächst stetig und ständig an. Immer mehr Menschen entscheiden sich für die umweltfreundliche Variante. Aber es gibt auch hier Vor- und Nachteile


Schon immer zog es Menschen in ferne Länder. In den letzten Jahren hat sich ein neuer Trend abgezeichnet: Ökotourismus. Eine besondere Art zu reisen – auf einer „Abenteuerreise mit Sinn“ kann die Natur sanft erlebt und gespürt werden.

Natur pur
Besonders Gebiete mit bedrohter Flora und Fauna sind häufiges Ziel des Ökotourismus. Der Urlauber soll die letzten Naturparadiese der Welt entdecken und gleichzeitig das Bewusstsein erlangen, dass die Natur geschützt werden muss, um für die nächsten Generationen erhalten zu bleiben. Ökotourismus ist umweltfreundliches Reisen mit einer Botschaft: Urlaub mit der Natur anstelle von Urlaub auf Kosten der Natur.

Wunderwelt der Tiere
Neben atemberaubenden Naturlandschaften ist auch die Beobachtung von Tieren ein essenzieller Bestandteil der Reisen. Urlauber können Tiere in ihrer natürlichen Umgebung beobachten, zum Beispiel Vögel in Guatemala oder Eisbären in Spitzbergen. Aber ganz gleich, um welche Tiere es sich handelt - sie dürfen in ihrem Lebensraum nicht gestört werden.

Kleine Gruppen & Nähe zur Bevölkerung
Ein weiterer Faktor ist der Respekt gegenüber der einheimischen Bevölkerung. Der Urlauber ist kein lauter Eindringling in fremde Kulturen, sondern wird zum Beobachter, nimmt an landestypischen Aktivitäten und Veranstaltungen teil. Die Reisen finden überwiegend in kleinen Gruppen oder auch individuell statt; Reisende übernachten in kleinen Gasthäusern und Pensionen. Durch die geringe Teilnehmerzahl wird verhindert, dass naturbelassene Gegenden dem Massentourismus anheim fallen.

Vor- und Nachteile des Ökotourismus
Über ein paar Dinge muss man sich als Öko-Tourist im Klaren sein: Die Kosten liegen deutlich höher als bei einem Pauschalurlaub. Es gibt keine großen Hotels oder laute Disconächte. Auch luxuriöse Pflegebehandlungen oder Wellnessangebote sucht man vergeblich. Doch bleiben Menschen, die solche umweltfreundlichen Reisen unternehmen, nicht nur passive Beobachter, sondern tragen auch dazu bei, dass die Natur etwas zurückerhält. Der nehmende Tourist wird ersetzt vom gebenden Urlauber. Viele Reiseveranstalter leisten aktiv einen Beitrag zur Regeneration bereits geschädigter Gebiete oder schaffen einen Ausgleich für Reisen in entfernte Länder.

Auf einem internationalen Flug zum Beispiel nach Costa Rica werden etwa sechs Tonnen Kohlendioxid an die Atmosphäre abgegeben. Um dieser Umweltbelastung entgegenzuwirken, werden bei europäischen Flügen 50, bei längeren Strecken sogar 150 Bäume gepflanzt. Der Veranstalter „Colibri Umweltreisen“ beispielsweise pflanzt für jeden Flug neue Bäume zum Ausgleich der Klimabilanz.

Treffpunkt für Öko-Reisende
Andere Veranstalter unterstützen mit Teilen der Reisekosten Umwelt- und Tierschutzorganisationen. Derlei Angebote findet man allerdings nicht in den bekannten Reisebüros. Wer sich für Natur- oder Tierreisen interessiert, muss sich im Internet umschauen oder die jährlich in Hannover stattfindende Veranstaltung „Reisepavillion“ besuchen. Hier werden Veranstalter nachhaltiger Reisen und interessierte Menschen zusammengebracht.