Organotherapie

Bei der Organotherapie werden dem Kranken verschiedene sogenannte Organextrakte von Tieren in den Körper injiziert. Die erkrankten Zellen sollen daraufhion wieder gesunden.


Bereits in der Antike wurden der Organotherapie ähnliche Behandlungen durchgeführt. Die moderne Therapieform entstand in Deutschland im 20. Jahrhundert und beruht auf der Erkenntnis,dass Krankheiten Veränderungen der betroffenen Zellen und ihrer Funktion verursachen. Die Organotherapie macht mit natürlichen Regulations- und Stoffwechselsubstanzen diese Veränderungen rückgängig und bewirkt so eine Linderung oder sogar Heilung der Krankheit. 

  

Durchführung:
Je nach Krankheitsbild werden geeignete Organextrakte (ausschließlich lösliche Inhaltsstoffe von Zellen, keine Zellteile) und ihre Dosierung verordnet. In den meisten Fällen beginnt die Behandlung mit einer intensiven Anfangskur, welche später in eine längerfristige oder Dauerkur mit niedriger Dosierung übergeht.
In der Regel werden Organextrakte von sehr jungen Tieren genommen, da diese weitestgehend frei von Belastungen sind. (Da es für den Heilungserfolg nicht ausschlaggebend ist, woher das Material stammt, ist die Gabe von tierischen Stoffen möglich.) Die verabreichten Extrakte finden sich auch in dem „fremden“ Organismus zurecht und gelangen zu ihrer entsprechenden Wirkungsstätte. 

  

In der Regel erfolgt die Injektion der Extrakte meist subkutan oder intramuskulär.
Das Anwendungsgebiet ist sehr weitläufig, da die Organextrakte sowohl das Immunsystem, als auch die Zellen und ihre Funktion stimulieren. Außerdem ist sogar ein präventiver oder unterstützender Einsatz möglich. 

  

Thymustherapie: Die Thymustherapie wird besonders bei immunologischen Krankheiten eingesetzt. Durch die injizierten Extrakte das Thymusorgans, welches eine entscheidende Wirkung auf das Immunsystem ausübt, wird der Organismus (und dessen Regulationskräfte) stimuliert. 

  

Enzymtherapie: Ist der erkrankte Organismus nicht mehr oder nur noch eingeschränkt in der Lage Enzyme zu bilden, so werden ihm körperfremde zugefügt. Die Proteine katalysieren wichtige chemische Reaktionen und sind in der Lage krankheitserregende Stoffe abzubauen und somit aus dem Organismus zu leiten. 

  

Zelltherapie: Bei der Zelltherapie werden statt Organextrakten aufbereitete Zellen und Gewebestrukturen junger Tiere injiziert. Diese Behandlung soll ebenfalls eine Verbesserung des Immunsystems bewirken. Da dieses Vorgehen jedoch riskant ist, ist die Therapieform als nicht empfehlenswert zu betrachten. Häufig rufen die injizierten Zellpräparate Abwehrreaktionen im Immunsystem hervor und schädigen somit den geschwächten Organismus zusätzlich. Außerdem gibt es keine wissenschaftlichen Beleg für den Erfolg. In Deutschland ist die „Frischzellenkur“ aufgrund ihres Risikopotentials und dem fragwürdigen Erfolg kaum verbreitet. 

  

Wirkung:
Die verabreichten Organextrakte stimulieren die krankhaften Zellen und regen heilungsfördernde Prozesse (wie Aktivierung ruhender Abwehrzellen oder Killerzellen) an. So wird das Immunsystem gestärkt und der Heilungsprozess optimiert. 

  

Einschränkungen:
Bei schweren Blutgerinnungsstörungen, Leber- und Nierenschäden, sowie Schwangerschaft ist von einer Behandlung abzuraten. Um eventuelle Abwehrreaktion (wie einen allergischen Schock) auf Bestandteile des Extrakts auszuschließen und den Heilungserfolg zu optimieren werden Vortestungen empfohlen. Die Therapie sollte ausschließlich von Fachpersonal durchgeführt werden.