Bei Patienten mit Rheuma treten fast immer Bewegungsschmerzen auf, die den normalen Alltag enorm beeinträchtigen und die Lebensqualität erheblich einschränken. Um die betroffenen Gelenke einerseits zu entlasten, aber dennoch weitere Gelenkschäden nicht weiter voranzutreiben, werden den Betroffenen orthopädische Hilfsmittel wie Einlagen, orthopädische Schuhe und sogenannte Orthesen verordnet. Diese werden von den Patienten meist als Makel angesehen, da Außenstehende ihre Behinderung deutlich erkennen können. Mittlerweile hat sich auf dem Gebiet der orthopädischen Hilfsmittel Einiges getan. So sind beispielsweise Schmuckringe erhältlich. Schmuckdesignerin Christina Weskott gestaltet Ringe für Handveränderungen, wie etwa die sogenannte Schwanenhals-Deformation.
Orthesen
Bei Orthesen handelt es sich, im Gegensatz zu Prothesen, um außen am Körper angebrachte Stützvorrichtungen in Form einer Bandage oder Schiene. Für den Rheumatiker stehen entweder vorgefertigte Orthesen (konfektioniert) oder individuell an den Träger angepasste Modelle zur Verfügung. Der Patient sollte gemeinsam mit dem Arzt und Ergotherapeuten über die Auswahl der richtigen Orthese entscheiden. Zudem sind ein Funktionstraining und eine Hilfsmittelberatung durch den behandelnden Ergotherapeuten sinnvoll. Die Funktion einer Orthese besteht in der Unterstützung einzelner Gelenke oder ganzer Körperpartien etwa der Wirbelsäule. Man kann Fehlstellungen und Haltungsfehler korrigieren beispielsweise können unterschiedliche Beinlängen nach einer Prothesen-OP chirurgisch behoben werden. Ein solches Hilfsmittel unterstützt eingeschränkt funktionstüchtige Körperteile, entlastet die Gelenke, ohne sie vollends ruhig zu stellen. Das gesamte Körpergewicht wird besser verteilt, spezifische Druckpunkte entlastet, die Stabilität erhöht und Schmerzen vermindert. Weiteren Deformationen wird vorgebeugt. Jedoch sollte eine Orthese nie dauerhaft getragen werden, da sonst das entsprechende Gelenk versteift.
Je nach Einsatzgebiet unterscheidet man verschiedene Typen von Orthesen, beispielsweise die Mainzer Orthese zur Entlastung der Hüfte.
Einlagen und orthopädische Schuhe
Bei etwa 90 Prozent der Patienten mit einer rheumatiden Arthritis kommt es zu Veränderungen der Fußgelenke. Die Folge dieser Deformitäten: eingeschränkte Beweglichkeit und Schmerzen. Bei derart veränderten Füßen kommen immer orthopädische Hilfsmittel wie Einlagen zum Einsatz, um eine optimale Druckverteilung zu gewährleisten. Weiche Einlagen dämpfen den Gang und die Belastung auf die Gelenke. In der Regel reichen solche Einlagen aus, manchmal empfiehlt sich aber auch die Anfertigung eines maßangefertigten Schuhs. Um diesen individuell für den Patienten herstellen zu können, wird der orthopädische Schuhmacher Ganganalysen, Messungen der Druckverteilung und Funktionstests durchführen.
Damit der Fuß optimal abgefedert und der Körper mitsamt seiner Gelenke geschont wird, muss der Schuh bestimmte Voraussetzungen erfüllen: