Osterbräuche - Kulturelle Besonderheiten

Das Ei symbolisiert Fruchtbarkeit, Reinheit und neu entstehendes Leben, daher wird es mit der Osterzeit in Verbindung gebracht. Es ist nur einer von vielen Osterbräuchen, die wir kennen.


Überall auf der Welt feiern Menschen das Osterfest. Die verschiedenen Osterbräuche reflektieren auf anschauliche Weise wie sich christliche Traditionen mit einheimischen Bräuchen vermischt haben. Das auch in Deutschland gebräuchliche Osterei ist Bestandteil vieler Rituale und Aktivitäten. In der Lausitz beispielsweise pflegt man auch heute noch den alten Brauch des Waleiens. Diese Tradition ähnelt stark einem Spiel. Denn hier geht es hauptsächlich darum, Eier eine Sandbahn herunterzurollen und andere Eier zu treffen. 

Bedeutung der Ostersymbole

  • Da das Ei Fruchtbarkeit und Reinheit verkörpert, wird es bei solchen Gepflogenheiten wie dem Waleien häufig eingesetzt. Auch in Ostfriesland wird über derartig Merkwürdiges berichtet. Es wurde beobachtet, dass die Einwohner um Ostern herum Eier einen Abhang herunter rollen. Das Eierverschenken ist hauptsächlich als Liebes- und Opfergabe zu verstehen. Bekommt man in Deutschland ein Osterei geschenkt, ist das als liebevolle Geste zu verstehen. 
  • Das Osterwasser hat eine dem Ei nicht unähnliche Bedeutung. Es ist reinigend, soll Kraft und Stärke, aber auch Jugend und Schönheit verleihen. Wird es am Ostersonntag zwischen Mitternacht und Sonnenaufgang schweigend aus einem Bach geschöpft, vermag es heilende Kräfte zu entfalten. Frauen in Schweden wollen sich auf diese Weise der ewigen Liebe ihres Schatzes versichern. Schaffen sie es, ihrem schlafenden Geliebten das Wasser heimlich aufs Gesicht zu sprengen, ist ihnen eine glückliche Partnerschaft bis ans Lebensende gewiss.

Osterrituale des Christentums

  • Bereits in der Antike verehrte man die Sonne als Licht- und Wärmespenderin. Daher ist es nicht verwunderlich, dass viele der heutigen Bräuche das Licht oder Feuer beinhalten. Das heidnische Ritual des Frühlingsfeuers hat sich zum Osterfeuer weiterentwickelt. Vor der Messe wird es jeweils entzündet und geweiht. An diesem Licht werden dann die Osterkerzen entzündet. Alle Variationen symbolisieren Reinigung, Leben und die geistige Erleuchtung durch die Auferstehung Christi.
  • Ein ausschließlich aus christlichen Motiven bestehendes Ritual ist das sogenannte Ratschen, Klappern oder Raspeln. Während der Karwoche ziehen die Einwohner, meist Kinder, mit aus Holz gefertigten lärmenden Utensilien, eben diesen Ratschen oder Klappern, durch das Dorf. Da Kirchengeläut in Anbetracht des Todes Christi als unangebracht empfunden wird, ruft man den Gläubigen klappernd die Messe ins Gedächtnis zurück.

Christliche Traditionen zu Ostern

  • Andere kirchliche Osterbräuche wie die Speiseweihe oder die Ostermesse ergänzen das Osterfest. Bräuche in anderen Teilen dieser Welt verbinden auf schöne Weise kirchliche und heidnische Traditionen. In Mexiko, zum Beispiel, sind die gesamten Osterfestlichkeiten in ein riesiges Straßenfest eingebunden.
  • Die Städte sind mit buntem Toilettenpapier geschmückt und in einem Umzug wird, unter Einsatz von viel Kunstblut, nachgestellt, wie Jesus nach Golgotha gebracht wurde. Anders in der kalifornischen Kirchengemeinde Atwater. Hier wird aus dem Holz des Weihnachtsbaumes ein Kreuz hergestellt, das dann von Kindern mit Blumen geschmückt wird.