Pappmöbel - stabil, umweltfreundlich und preiswert

Pappmöbel sind in der Herstellung umweltfreundlich und stabil.


Bis heute sind die Pappmöbel, die Ende der 60er Jahren ihren großen Boom hatten, unschlagbar günstig. Es gibt zwar nur noch wenige Shops und die Angebote richten sich oft an Messebauer, aber ein Blick auf die Homepage entsprechender Läden lohnt sich allemal. Ein Bett aus Pappe kostet 70 Euro, einen Wohnzimmertisch mit vier Stühlen kann man für 120 Euro kaufen und ein kleiner Kleiderschrank wird für rund 60 Euro angeboten. Diese Möbelstücke bestehen aus Wellpappe und man kann sie ohne großen Aufwand zusammenstecken oder falten.

Stark und umweltfreundlich
Wer nun meint, dass eine solche Einrichtung den Anforderungen des Alltags nicht standhält, der irrt sich gewaltig. In einer Fernsehsendung hat man vor einigen Jahren einen Test durchgeführt. Vier Hocker aus Wellpappe haben damals ohne Probleme ein 1,5 Tonnen schweres Auto getragen. Erreicht wird die Stabilität durch die Rundbogen, die Wellen in der Pappe. Der Druck wird gleichmäßig verteilt. Generell gilt: Je größer die Welle der Pappe ist, desto mehr Gewicht hält sie aus. Für die Pappmöbel wird zudem „neues“ Kraftpapier mit langen Fasern benutzt, denn die Wellpappen aus Altpapier werden schneller brüchig. Für den Keller oder fürs Badezimmer sollte man trotz aller Stabilität Regale aus anderem Material wählen. Pappmöbel ziehen die Feuchtigkeit an und müssen unbedingt vor Spritzwasser geschützt werden, denn auf Dauer wird die Pappe mit dem feuchten Nass nicht fertig und sinkt zusammen. Möbel aus Pappe halten je nach Funktion bis zu zehn Jahre. Anschließend kommen sie ganz einfach in den Altpapier-Container.

Design aus eigener Hand
Wird die neue Wohnungseinrichtung aus Wellpappe geliefert, hat man noch ein wenig Arbeit vor sich. Der Aufbau dauert nicht lange, aber die Pappmöbel werden im Rohzustand verschickt und wer möchte schon pappbraune Stühle und Tische haben? Hier ist die Fantasie gefragt. Entweder kommen Pinsel und Farbe zum Einsatz, man bezieht die Stühle mit Fell oder beklebt sie mit Folie. Ein Lack hat hier natürlich den Vorteil, dass er das Material schützt und Feuchtigkeit fernhält. Wenn einem die guten Ideen für die Gestaltung ausgehen, bleibt immer noch der Blick auf die Fotos aus den 60er und 70er Jahren. Damals waren die Pappmöbel das ideale Inventar zum Zeitgeist. Man konnte sie völlig frei und ungezwungen einfach zusammenklappen und mitnehmen. Auch heute noch sind sie aus diesem Grund ideal für Studenten oder Leute, die - beruflich bedingt - oft umziehen müssen. Das Bett aus Pappe wiegt beispielsweise nur um die 20 Kilogramm und passt zusammengefaltet in den Kofferraum des Autos.

Auf die Idee, Möbelstücke aus Pappe herzustellen, kam am Ende der 60er Jahre der deutsche Designer Peter Raacke. Er hat im Laufe seines Schaffens zahlreiche Künstler mit seinen Ideen angesteckt. So auch den Architekten Frank Gehry, der schließlich sogar Designermöbel aus Pappe herstellte.