Parfümherstellung

Die Parfümherstellung ist ein komplexer Ablauf, der je nach verwendetem Inhaltsstoff unterschiedlich ablaufen kann.


Bevor man in die Parfümerie gehen und dort seinen zukünftigen Lieblingsduft „erschnüffeln“ kann, muss dieser erstmal aufwendig hergestellt werden. In der Hauptstadt der Parfümherstellung, Grasse - einem kleinen Ort in Frankreich -, können Interessierte sich heute noch die verschiedenen Verfahren hautnah ansehen und Parfümeuren über die Schulter schauen.

Das Grundprinzip
Das Prinzip, nach dem ein neuer Duft hergestellt wird, ist immer gleich. Zunächst werden aus pflanzlichen Rohstoffen aromatische Substanzen gewonnen. Diese werden anschließend in Alkohol und detilliertem Wasser gelöst. Wie diese ätherischen Öle gewonnen werden, ist höchst unterschiedlich. Es gibt die folgenden Herstellungsverfahren:

  • kalte Enfleurage
  • warme Enfleurage (Mazeration)
  • Destillation
  • Expression
  • Extraktion mitttels Lösungsmitel

Enfleurage
Enfleurage ist das vermutlich älteste Verfahren zur Duftherstellung. Heute findet es kaum noch Anwendung, da es sehr zeitaufwendig und teuer ist. Nur in der französischen Stadt Grasse können Duft-Interessierte noch zusehen, wie aus pflanzlichen Substanzen das Aroma gewonnen wird. Die weitaus aufwendigere und somit auch preisintensivere Form ist das kalte Verfahren. Herbei wird eine Schicht geruchsneutrales Fett auf eine Glasplatte aufgetragen. Bei dem Fett handelt es sich um gereinigten Rinderschmalz oder Schweineschmalz. Nun werden die pflanzlichen Rohstoffe auf diese Schicht aufgetragen. Das Fett dient nun als Geruchsspeicher. So lange, bis das Fett den gewünschten Grad ätherischer Öle angenommen hat, werden die Pflanzenteile regelmäßig erneuert. Nun wird das Fett in Etylalkohol gewaschen; durch diese Vorgehensweise werden die aromatischen Substanzen vom Fett getrennt.
Auch bei der warmen Enfleurage-Variante wird mit Fett gearbeitet. Allerdings wird es zunächst auf bis zu 70 Grad erhitzt. In das nun warme Fett werden die Pflanzen eingebracht.

Destillation
Diese Methode eignet sich besonders für solche Ausgangsstoffe, die nicht so empfindlich sind, also beispielsweise Hölzer oder Kräuter. Hierbei werden Wasser und Substanzen zusammen in einem Kessel erhitzt. Durch den entstehenden Wasserdampf werden den Pflanzen die Duftstoffe entzogen.
Aus dem entstandenden Kondenswasser wird nun das ätherische Öl gewonnen.

Expression
Das Verfahren der Expresion ist besonders für Zitrusfrüchte geeignet. Hierfür werden die Schalen von Zitronen, Orangen oder Pampelmusen durchlöchert und anschließend ausgepresst. Mihilfe von feuchtem Papier werden die wasserhaltigen Öle von den Duftölen getrennt.

Extraktion
Die heute am häufigsten zum Einsatz kommende Methode ist die Extraktion. Bei diesem Verfahren wird den Blüten mithilfe flüchtiger Gase, etws Äther oder Butan, die Duftstoffe entzogen. Großer Vorteil: Es sind nur sehr niedrige Temperaturen vonnöten, sodass nur wenige Aromastoffe verlorengehen.

Gewinnung synthetischer Duftbausteine
Mittels verschiedener Verfahren wird für die Parfümherstellung die chemische Struktur von Pflanzen und anderen Rohstoffen analysiert und dann nachgebaut. Eine dieser Möglichkeiten ist die Molekülsynthese.