Parfum Allergie

Duftallergiker haben es nicht leicht, denn allerorten werden sie mit industriellen Gerüchen konfrontiert. Manchmal kann so eine Parfum Allergie sogar lebensbedrohlich werden.


Wir werden rund um die Uhr beduftet. Zitronenduft im Bad, frische Wäsche, die duftet wie ein tropischer Obstsalat oder angenehmer Wohlgeruch im Kaufhaus, der unsere Herzen und Portmonees öffnen soll. Selbst Toilettenpapier ist nicht nur kuschelweich sondern riecht dazu auch noch verführerisch. Für etwa zwei Prozent der Deutschen ist diese Dauerbeduftung nicht nur ein olfaktorischer Alptraum. Sie reagieren mit Hautausschlag, Atemnot und Triefnase, denn sie sind allergisch auf jegliche industriellen Düfte.

Was ist eine Duftallergie?
Unter einer Allergie versteht man eine Überreaktion des Immunsystems. Bei der Parfum Allergie handelt es sich in den meisten Fällen um eine Kontaktallergie, das heißt, die Reaktion tritt dort auf, wo die Haut Kontakt mit dem allergieauslösenden Stoff hatte. Es ist aber auch möglich, dass sich das Allergen über das Blut im gesamten Körper verteilt, sodass eine Reaktion an einer Körperstelle auftritt, wo es keinen Kontakt gab. Besonders dramatisch wird es, wenn ein sogenanntes Geruchsasthma (Odor-Asthma) auftritt. Wenn beispielsweise die Flasche mit dem Reinigungsmittel geöffnet wird und die Betroffenen plötzlich einen feuerroten Kopf bekommen, können Duftsstoffe verantwortlich sein. Die Nase beginnt zu laufen und der Allergiker bekommt kaum noch Luft.

Wie finde ich heraus, ob ich eine Duftallergie habe?
Haben Sie bereits den Verdacht, an einer Duftalergie zu leiden, sollten Sie sich und ihren Körper genau beobachten, vor allem natürlich, wenn Sie mit Duftstsoffen in Berührung kommen. Treten nach dem Auftragen des Parfüms oder der Anwendung von Kosmetika Rötungen, Juckreiz oder Bläschen auf, ist dies ein erster Hinweis auf eine Überreaktion. Auch wenn Sie nach dem Auftragen Ihres Deos Brennen oder Juckreiz verspüren, sollten Sie an eine Allergie denken. Beobachten Sie solchen lokalen Reaktionen öfter, sollten Sie einen Allergologen aufsuchen, der mithilfe eines Plättchen- oder Epikutantests eine Diagnose stellen kann.

Duftstoffe nicht nur in Parfüms
Menschen mit einer Duftallergie haben es in unserer bedufteten Welt nicht leicht. Verschiedene Tests haben ergeben, dass ein Großteil der Markenparfüms mindestens einen allergieauslösenden Duftstoffe enthalten. Bei den normalen Produkten des Alltags dürfte die Sache ähnlich aussehen. Das Einatmen der Düfte führt zwar meist selbst nicht zu Beschwerden, jedoch kann sich eine bestehende Kontaktallergie verstärken.

Allergologen haben herausgefunden, dass vor allem natürliche Düfte für Beschwerden sorgen, zu den Hauptallergenen zählen Nelken-, Geranien-, Zederholzöl sowie Zimt und Vanille. Da mittlerweile fast jedes Kosmetik- und Körperpflegeprodukt zusätzliche Düfte enthält, ist es für den Allergiker schwer, den industriellen Gerüchen auszuweichen. Mögliche Alternativen sind biologisch hergestellte Cremes und Salben, die jedoch sehr teuer sind. Diese enthalten keine synthetisch hergestellten Substanzen und generell weniger allergieauslösende Stoffe.

Parfüm für Allergiker?
Allergikern sollte man grundsätzlich kein Parfüm schenken. Zum einen soll der Duft dem Beschenkten gefallen und zum anderen wissen Sie nicht, auf welche Inhaltstoffe er oder sie möglicherweise allergisch reagiert.

Hautkontakt vermeiden
Wenn Sie von Ihrer Parfum Allergie wissen, können Sie durchaus Parfüms anwenden, allerdings mit einigen Einschränkungen. Sie sollten den Duft ausschließlich auf Ihre Haare sprühen. Halten Sie den Flakon möglichst weit entfernt, sodass nichts auf die Kopfhaut gelangt. Vermeiden Sie es, sich nach dem Aufsprühen in die Haare zu greifen, auch müssen Sie darauf achten, dass keine Parfüm-benetzten Haarsträhnen ins Gesicht fallen. Wenn Düfte bei Ihnen bereits einen Asthma-Anfall ausgelöst haben, sollten Sie die Finger jedoch ganz von Parfüms lassen.