Parfum Geschichte: Historie der Düfte

Nicht immer war das Parfüm so begehrt wie heute. Es gab Zeiten in der Parfum Geschichte, in denen die Verwendung verpönt war.


Während Parfum in den frühen Hochkulturen vor allem symbolische Aufgaben übernahm, ist es heute ein überaus wichtiges Accessoire, um seine eigene Persönlichkeit zu unterstreichen. Nach und nach gelangten die Menschen zu der Einsicht, dass Pflanzen und Kräuter Düfte abgeben, mit denen man seinen Eigengeruch wirkungsvoll betonen kann. Und die Parfum Geschichte nahm seinen Lauf.

Ägypten
Bereits vor mehr als 5.000 Jahren wurden ätherische Öle eingesetzt, um die Götter zu verehren und sie zu besänftigen. Die Ägypter verbrannten verschiedene Pfanzenteile, um dem Sonnengott Ra zu huldigen. Der daraus entstehende Rauch war vermutlich auch der Namensgeber für das heutige Parfüm. Übersetzt bedeutet das Wort nämlich so etwas wie „durch den Rauch“. Neben der Gottesanbetung kamen Düfte aber schon zu diesem frühen Zeitpunkt als Eigenbeduftung zum Einsatz. Verstorbene Pharaonen wurden mit wohlriechenden Salben und ätherischen Ölen eingerieben. Dieses Begräbnisritual setzte sich ziemlich bald auch bei den Lebenden durch. Das vielleicht erste Parfüm der Menschheitsgeschichte stammt aus dieser Zeit. Es trug den klingenden Namen „Kyphie“ und bestand aus über 16 Substanzen, unter ihnen Weihrauch und Myrrhe.

Sklavenarbeit im alten Rom
Das von den Ägyptern angewendete Prinzip wurde später von den Römern aufgegriffen. Im alten Rom war der Gebrauch von Körperwasser Bestandteil des täglichen Lebens, wenngleich auch nur für Betuchtere. Von Sklavinnen hergestellte Düfte standen besonders bei den Edeldamen hoch im Kurs. Frauen waren es auch, die bei den Assyrern für die Produktion der Düfte verantwortlich waren. Indem sie Pflanzen zerrieben und über Nacht in heißem Salzwasser stehen ließen, gelangten sie an die begehrten ätherischen Öle. Die so entstandene Flüssigkeit wurde gefiltert und anschließend mit heißem Öl vermischt.

Schlechte Gerüche
Mit der fortschreitenden Christianisierung bekam die Eigenbeduftung einen zunehmend negativen Touch. Die Verwendung von Parfüm galt als Verführung zur Unkeuschhheit, es wurde als sündig und frivol angesehen, wenn man es gebrauchte. Dem Gelehrten Avicenna und einem, heute ziemlich bekannten, Mann namens Paracelsus ist es zu verdanken, dass Parfüm wieder wertgeschätzt wurde. Mit dem Aufkommen der Pest bekam der Körperduft dann eine gänzlich neue Aufgabe: Er sollte Gerüche von Tod, Krankheit und Verderben überdecken. Vom Gestank ablenken, sollte das Parfüm auch zu Zeiten Ludwigs XIV. Hier überschütteten sich die Menschen regelrecht mit ihren Parfüms, denn aufgrund mangelnder Hygiene roch man mehr als schlecht. Gegen Ende des 17. Jahrhunderts verbesserte sich die Reinlichkeit, folglich wurden auch die Düfte leichter.

Meilensteine der Parfum Geschichte
1792 stellt ein wichtiges Datum in der Duft-Historie dar, denn hier wurde das Kölnisch-Wasser erfunden, das auch unter der Ziffernfolge 4711 bekanntgeworden ist. Einer der bekanntesten Parfümeure war der Korse Francois Coty, der als Begründer der modernen Parfümkultur gilt. Er war der Erstem der natürliche mit synthetischen Düften mischte. Seine bekannteste Duft-Kreation heißt „Chypre“ und gab gleich einer ganzen Duftfamilie den Namen.

Heute sind synthetische Düfte nichts Neues mehr, ganz im Gegenteil: Etwa 80 Prozent des Inhalts eines Flakons sind ebenjene chemisch im Labor nachgebauten Substanzen. Viel ungewöhnlicher sind solche Ingredenzien wie Blut, Schweiß oder Sperma, die immer öfter in Männerparfüms zu finden sind.