Patenschaft übernehmen – was muss ich beachten?

Wer eine Patenschaft übernehmen möchte, sollte überlegen, welcher Art diese sein soll und was er bereit ist dafür sowohl finanziell, als auch zeitlich und kräftemäßig zu investieren


Eine Patenschaft übernehmen bedeutet, dass man freiwillig eine Fürsorgepflicht eingeht. Hierbei gibt es verschiedene Arten von Patenschaften, die an den Paten unterschiedliche Forderungen stellen. Hierbei kann es sich um eine finanzielle Unterstützung oder eine persönliche Zuwendung handeln.

Taufpatenschaft
Bei der Taufpatenschaft muss zwischen katholischer und evangelischer Kirche unterschieden werden, da die Personen, welche die Patenschaft übernehmen, unterschiedliche Anforderungen erfüllen müssen und Aufgaben übernehmen. Bei der katholischen Kirche muss der Pate mindestens 16 Jahre alt, voll initiiert, katholisch und in der Lage sein, die Aufgaben eines Paten zu erfüllen. Zu den Aufgaben gehören die Führung des Täuflings zur Taufe und ihm die Erfahrung mit dem Glauben zu ermöglichen. Bei der evangelischen Kirche muss der Pate Mitglied der christlichen Kirche und konfirmiert sein. Auch hier sollte der Pate die Aufgabe erfüllen, dem Täufling die Erfahrung des Glaubens zu ermöglichen. Zusätzlich soll er den Täufling auch in seiner restlichen Entwicklung begleiten und die Eltern in der Erziehung unterstützen.

Spenden-Kinderpatenschaft
Bei dieser Form der Patenschaft übernehmen die Paten in Form einer Spende die finanzielle Fürsorge für ein Kind in ärmeren Ländern, eventuell auch dessen Familie. Von diesem jährlichen Beitrag wird zum Beispiel die Schulbildung und Gesundheitsversorgung finanziert, damit das Patenkind einer guten Zukunft entgegen sehen kann. Diese Patenschaft läuft regulär über mehrere Jahre und einige Hilfsorganisationen, über die diese Patenschaft vermittelt wird, ermöglichen einen schriftlichen Kontakt zum Patenkind oder informieren über dessen Entwicklung. Ein darüber hinaus reichender Kontakt zwischen Pate und Patenkind ist nicht vorgesehen. Für diese Patenschaftsform gibt es viele Kritiker. Ein Punkt dabei ist die Tatsache, dass nur einzelnen Kindern oder Familien in einem Dorf geholfen wird und so Missgunst und Ausgrenzung die Folge ist. Es wird nach einer Hilfe verlangt, bei der die gesamte Gemeinschaft gestärkt wird. Immer lauter werden auch die Vorwürfe, dass die Spenden nicht dort ankommen, wofür sie gedacht sind. Hierfür wird ein Mal der enorme Verwaltungsaufwand der einzelnen Organisationen verantwortlich gemacht, andererseits aber auch die bewussten Veruntreuungen der Spenden durch die führenden Personen.

Örtliche Kinder- und Familienpatenschaft
Hier bieten Helfer ehrenamtlich an, sich stundenweise um ein Kind oder eine ganze Familie zu kümmern. Dabei kommt der Pate, je nach Möglichkeit, mehrmals die Woche oder im Monat und kümmert sich um das Kind oder die Familie. So kann der Helfer zum Beispiel bei den Hausaufgaben helfen, mit dem Kind spielen, den Eltern in der Erziehung als Ratgeber hilfreich sein oder, je nach Pate, auch mal als Babysitter einspringen. Bei dieser Patenschaft übernehmen die Helfer keine finanzielle Hilfe, es kommt jedoch auch vor, dass die Familien dem Paten die Fahrkosten oder als kleine Entlohnung etwas Geld geben.

Jobpatenschaft
Jugendlichen, die in der letzten Schulklasse sind, wird durch den Paten geholfen ihren Abschluss zu schaffen. Darüber hinaus helfen sie nach dem Abschluss bei der Job- oder Lehrstellensuche. Auch bei dieser Patenschaft übernehmen die Paten nur eine Fürsorge ohne finanzielle Hilfen.

Weitere Patenschaften
Des weiteren kann man auch Patenschaften übernehmen für Tiere, Städte und Gemeinden. Hierbei steht meist eine finanzielle Unterstützung im Vordergrund, zum Beispiel für die Gesundheits- und Verpflegungsversorgung beim Tier.