Pathetisch und theatralisch: Stilmittel des Theaters

Pathetisch oder theatralisch kann man Dialoge in Stücken gestalten, um eine noch größere Wirkung beim Publikum zu erzielen.


Pathetisch oder theatralisch können Reden und Dialoge gehalten werden und man findet diese Stilmittel im Theater um den Inszenierungen mehr Ausdruck zu verleihen. Oft müssen Stücke nur mit wenigen oder gar keinen Worten auskommen, in diesem Fall helfen diese Stilmittel den Inhalt und somit die Botschaft eines Stücks zu transportieren. Pathetische und theatralische Stilmittel sind sich sehr ähnlich, beide stellen überzogenes Verhalten da.

Pathetisch
Pathetisch gehaltene Reden sind im Allgemeinen sehr emotionsbetont. So wird das auch im Theater eingesetzt. Gerade wenn es gilt tiefe Emotionen darzustellen, wird dieses Stilmittel verwendet. Bereits Aristoteles und Cicero verwendeten diesen Stil bei ihren Reden. Pathetische Reden oder Dialoge erzielte man in dem man sich diverser anderer rhetorischer Stilmittel bediente. So wurden zum Beispiel sehr gerne Metaphern oder Paradoxa, genauso wie elliptische Formen eingesetzt. Der Zuhörer wurde so direkt und meist auf einer sehr emotionalen Ebene angesprochen. Setzt man pathetische Stilmittel ein so wirken Theaterstücke oft leidenschaftlicher und authentischer. Man darf hier aber nicht vergessen, dass gerade ein Stück auch von Gestik und Mimik lebt. Passt man diese einem pathetischen Dialog an, so kann man beim Publikum eine noch größere Wirkung erzielen. Pathetisch im Vergleich zu theatralisch, ist zwar gefühlsbetont, es wird aber nicht stark überzogen dargestellt.

Theatralisch
Theatralisch hingegen bezeichnet eine Art der Darstellungsform, die Gestik, Mimik und auch Sprache in überzogenem Maße verwendet wird. Dieses Mittel wird oft bei Stücken, die in einer anderen Sprache, als die Mehrheit des Publikums spricht, aufgeführt wird. So kann man mit übertriebenen, also theatralischen Gesten und Handlungen auch sehr gut die Inhalte des Stücks transportieren, ohne dass die Zuschauer jedes Wort verstehen. Ein gutes Beispiel hierfür sind Opern. Diese werden meistens in Originalsprache aufgeführt, allerdings können die Zuseher, durch oft übertriebene Darstellung von Gefühlen und Handlungen dem Stück trotzdem sehr gut folgen.

Pathetisch gehaltene Reden und theatralische Gesten und Handlungen können gezielt in einem Theaterstück eingesetzt, dem Publikum ein noch intensiveres Erlebnis bei einer Vorstellung bescheren. Allerdings sollte man auch darauf achten, welchen Inhalt man mit diesen sehr starken Stilmitteln den Zusehern vermitteln will, da sonst auch ungewollt unglaubwürdige Handlungen erzeugt werden können.