Patienten Verfügung - Wenn Ärzte sie ignorieren

Mit einer Patientenverfügung glaubt man zunächst abgesichert zu sein. Doch oftmals treten Probleme bei der Durchsetzung der Wünsche auf.


Wenn der Fall tatsächlich eintritt und man nicht mehr dazu in der Lage ist, Entscheidungen zu treffen, sollte eigentlich eine im Vorfeld verfasste Patienten Verfügung greifen und den Patientenwunsch durchsetzen. Obwohl in Deutschland nicht alles hinsichtlich der Patienten Verfügung eindeutig geregelt ist, gibt es dennoch mittlerweile rechtsverbindliche Standards. Wenn diese eingehalten werden, sollte es eigentlich keine Probleme bei deren Umsetzung geben. Eigentlich! In Wirklichkeit aber ist es für viele Ärzte schwierig zu entscheiden, ob die Bestimmung für den in der Verfügung geschilderte Fall, tatsächliche auf die reale Situation zutrifft. Andere Ärzte und Pflegepersonal können es einfach nicht mit ihrem Gewissen vereinbaren, den Patienten sterben zu lassen. Was man als Angehöriger tun kann, um den Willen dennoch durchzusetzen, beziehungsweise wie man sich als Patient für eine solche Situation besser absichern kann, erfahren Sie hier.

Eine ausführliche individuelle Verfügung
Zunächst einmal muss schon im Vorfeld sichergestellt werden, dass man eine aktuelle, möglichst kurze und sehr genaue Verfügung erstellt. Das heißt, dass die Fälle in denen sie greifen sollte, möglichst exakt darin aufgenommen und beschrieben werden müssen. Eine notarielle Beglaubigung ist nicht notwendig, damit sie wirksam wird. Es versteht sich von selbst, dass man die Patienten Verfügung regelmäßig einsieht und gegebenenfalls aktualisiert. Sie lässt sich jederzeit, auch mündlich, verwerfen.

Verfügungsvollmacht erstellen
Wichtig ist außerdem, dass man mindestens eine Person dazu auswählt, welche die Wünsche kennt, akzeptiert und veranlassen soll, dass die Verfügung durchgesetzt wird. So wird auch den Ärzten geholfen, da es sie von der Entscheidungsverantwortung entbindet. Dazu wird eine Verfügungsvollmacht ausgestellt. Am besten man wählt sogar zwei Personen aus, falls eine Person ebenfalls so schwer verletzt oder erkrankt ist, dass sie nicht entscheidungsfähig ist, hat man so einen Ersatzzeugen. Das tritt häufig ein, wenn Ehepartner bevollmächtigt werden. Es ist außerdem möglich einen Anwalt oder den Hausarzt als als Bevollmächtigten einzusetzen. Eine andere Variante ist das Hinterlegen der Patienten Verfügung bei einer Institution, die sie gegen eine Verfügungsgebühr aufbewahrt. Der Patient trägt dann eine Art Notfallkarte mit sich, auf der eine spezielle Telefonnummer vermerkt ist und unter der Ärzte die Patientenverfügung anfordern können.

Was tun, wenn ein Arzt den Wunsch nicht akzeptiert?
Wenn der Hausarzt oder, bei alten Menschen die Altersheimleitung, die Durchsetzung der Verfügung ablehnen, kann man einfach den Arzt oder das Heim wechseln. Dazu hat man nämlich das Recht und kann sich einen Arzt aussuchen, der sich der Verfügung nicht in den Weg stellt. Anders ist es bei Krankenhaus-Ärzten. Hier kann man nicht einfach den Arzt wechseln, sondern muss in der Regel rechtliche Schritte einleiten. Bevor dies geschieht, sollte man aber versuchen, mithilfe eines juristischen Beistandes den Arzt in einem Gespräch zu überzeugen.