Patientenschulung und psychologische Beratung

Neben den klassischen Therapien sollten Patienten auch spezielle Schulungen und eine psychologische Beratung in Anspruch nehmen.


Die Patientenschulung ist ein Schulungsprogramm, das verschiedene Module umfassen kann. Der betroffene Patient wird im Laufe eines solchen Aufklärungsprozesses zum einen informiert über das Bild, die Ursachen, den Verlauf und die Diagnose der rheumatischen Erkrankung. Zum anderen erhält der Patient Informationen über Behandlungsmöglichkeiten, Wirkungen und Nebenwirkungen medikamentöser Therapien, Möglichkeiten einer psychologischen Schmerzbewältigung, über den Umgang mit krankheitsbedingtem Stress und schließlich über die Alltagsbewältigung und Lebensperspektiven mit Rheuma. Erlernt werden zudem das gezielte Erkennen von Nebenwirkungen, die durch verschiedene medikamentöse Behandlungen gegebenenfalls hervorgerufen werden. Auch Grundregeln der Bewegungstherapie und der Ernährung bei chronisch entzündlichen Erkrankungen werden im Rahmen der Patientenschulung vermittelt.
Indem Patienten lernen, Rückfälle beziehungsweise deren Symptome möglichst frühzeitig zu erkennen, können behandelnde Mediziner rechtzeitig gegen wieder ausbrechende Krankheitssymptome vorgehen.

Psychologische Beratung
Ein wichtiger Bestandteil ist neben der medikamentösen und der physikalischen Therapie auch eine psychotherapeutische Beratung und Betreuung. Zur Linderung der Symptome werden verschiedene psychologische Verfahren genutzt. Angewendete Methoden sind unter anderem die psychologische Schmerzbewältigung. Hierfür ist ein möglichst umfangreiches Wissen des Patienten über die Entstehung und Verarbeitung von Schmerzen vonnöten. Des Weiteren sind Entspannungsübungen, autogenes Training und Ablenkungsstrategien von großem Nutzen für den betroffenen Patienten. Ziel ist in jedem Fall eine seelische Stützung sowie eine psychotherapeutische Begleitung. Sinnvoll erscheinen zusätzlich die verschiedensten Therapieformen. Das Spektrum reicht von psychoanalytischen, tiefenpsychologisch fundierten und verhaltenstherapeutischen Psychotherapien über Gruppentherapien bis hin zu Gesprächs- und Gestalttherapien. Diese Therapieformen sind größtenteils auch ambulant möglich. Da die Krankenkassen für letztgenannte Therapieformen in der Regel nicht aufkommen, kann durchaus auch ein stationärer Aufenthalt, in welchem eine psychotherapeutische Behandlung ganzheitlich stattfinden kann, vielversprechend sein. Diese Kombinationstherapie wird von den Kassen auch gezahlt.

Da eine chronische Erkrankung wie Rheuma zu erheblichen Beeinträchtigungen bei Alltagsverrichtungen und im Zusammenleben mit anderen Menschen führen kann, gilt es, Gesundheit und Leistungsfähigkeit so gut wie möglich wieder herzustellen. Falls das nicht möglich ist, stehen die Linderung der Beschwerden und die Sicherstellung des Lebensunterhaltes an erster Stelle. Doch eine fachkundige psychologische Beratung kann ebenfalls helfen, sein Leben trotz Krankheit wieder in den Griff zu bekommen.