Peggy Moffitt: Die Muse im Monokini

Peggy Moffit war die Muse des futuristischen Designers Rudi Gernreich. Durch seinen Monokini, den sie präsentierte, wurden beide schlagartig berühmt.


Die schwarzen Haare zu einer Art Topfschnitt geschnitten, die großen, expressiven Augen durch künstliche Wimpern, schwarzen und weißen Eyeliner sowie knallbunten Lidschatten stark betont – die auffällige Peggy Moffitt ist eine der wenigen amerikanischen Sixties-Ikonen. Ihr Stil gefiel dem Designer Rudi Gernreich so gut, dass er sie zu seiner Muse und später gar zu seiner Mitarbeiterin machte. 

Künstlerisches Trio um Peggy Moffit

  • Geboren 1939 in Kalifornien, wollte Moffitt eigentlich kein Model, sondern Schauspielerin werden. Sie war zwei Jahre auf der Schauspielschule und debütierte 1955 im Film „You're never too young“. 
  • Doch dann lernte sie 1958 den Fotografen William Claxton kennen, der schon seit zwei Jahren mit Gernreich zusammenarbeitete. Claxton und Moffitt wurden ein Paar und heirateten 1960. Zwei Jahre später begann sie als Model für Gernreich zu arbeiten, Claxton fotografierte die Kreationen. 

Skandal wegen Monokini

  • 1964 schockte Gernreich die Welt mit einer neuen Kreation, dem Monokini, eine Variation des Bikinis, bei dem die Brüste frei blieben. Moffitt führte diese gewagte Kreation vor – und so wurden beide über Nacht weltberühmt. Spätestens von da an war Moffitt mehr als Gernreichs Lieblingsmodel. 
  • Sie wurde seine Muse und später sogar seine Mitarbeiterin. Seit seinem Tod 1985 kümmert sich Moffitt um die Vermarktung und Freigabe seiner Kreationen. 1999 erlaubte sie beispielsweise eine Kunstausstellung mit seinen Werken, 2003 hat Rei Kawabuko von Comme des Garçons einige der bekanntesten Kreationen Gernreichs mit der Hilfe Peggy Moffitts neu auflegen lasen – unter anderem auch Shirts mit Moffitts Gesicht als Motiv.

Das Gesicht der Avantgarde

  • Die Entwürfe des Österreichers waren recht avantgardistisch. Der Monokini war laut Moffitt keineswegs hohle Provokation, sondern geradezu ein prophetischer Geniestreichs Gernreichs, da dieses kleine Kleiderstück einen Wandel in der Gesellschaft ausdrückte und Frauen einen emanzipierten Umgang mit ihrem eigenen Körper erlaubte. Neben dem Monokini entwarf er auch die ersten Kleidungsstücke aus Plastik sowie die ersten transparenten Oberteile.
  • Auch Unisexkleidung, einen Badeanzug, bei dem die Pobacken frei blieben sowie den etwas absurden Pubikini, bei dem die Schamhaare der Frau zur Schau gestellt wurden, gehörten zum Repertoire. Die furchtlose Peggy Moffitt hat all diese wegweisenden Kreationen präsentiert und ist so das Gesicht seines futuristischen Looks. Ihr Stil war übrigens so hip, dass Cher ihn Mitte der sechziger Jahre versucht hat, nachzumachen. Doch Peggy Moffitt bleibt das unverwechselbare Original.